Umfrage: 78 Prozent für Neuwahlen

24. Juli 2005, 17:27
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74 Prozent der Befragten rechnen mit Merkel als Bundeskanzlerin

Hamburg - Eine ganz große Mehrheit von gut drei Viertel der Deutschen unterstützt die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler für die Neuwahl im September. Bei einer unmittelbar vor Köhlers Fernsehansprache vorgenommenen Erhebung des Instituts Infratest Dimap nannten am Donnerstagabend 78 Prozent der 1.000 Befragten die vorzeitige Neuwahl richtig, nur 15 Prozent fanden sie falsch.

Die Zustimmung ging dabei nach Angaben der ARD als Auftraggeber der Umfrage quer durch alle Parteien. Für die Neuwahl sprachen sich 87 Prozent der Anhänger von CDU und CSU aus, aber auch noch 75 Prozent der SPD-Anhänger. Dass auch das Bundesverfassungsgericht Ja zur vorgezogenen Bundestagswahl sagt, erwarten 70 Prozent der Umfrageteilnehmer. Nur 17 Prozent äußerten die Vermutung, dass Karlsruhe nach den angekündigten Klagen die Neuwahl noch aussetzen wird.

Ziemlich sicher sind die Bundesbürger auch, dass es nach der Wahl zum Wechsel im Amt des Bundeskanzlers kommen wird. Nur 19 Prozent rechnen mit einer Wiederwahl des SPD-Politikers Gerhard Schröder. 74 Prozent erwarten dagegen einen Einzug der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel ins Kanzleramt. Nach der wahrscheinlichen Koalition befragt, nannten 54 Prozent eine Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP. Eine große Koalition aus Unionsparteien und SPD erwarten dagegen 27 Prozent; lediglich 10 Prozent glauben noch an eine Neuauflage von Rot-Grün.

Laut ARD wird der Vorsprung von Union und FDP aber schon knapper, während die Linkspartei weiter zulegt. Die endgültigen Zahlen dazu würden aber erst in ein paar Tagen vorliegen, hieß es im ARD-Brennpunkt nach der Köhler-Rede. (APA/AP)

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