Profi-Treue ist ein leerer Wahn

25. Juli 2005, 10:15
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Tokics Austria-Siegestor zeitigt unterschiedliche GAK-Reaktionen

Wien - Ein bisschen war Mario Tokic das Tor schon peinlich, jenes eine Tor, "um das die Austria besser war", wie GAK-Trainer Walter Schachner nach dem 2:3 am Mittwochabend im Horr-Stadion sagte. Erst zwei Tage zuvor hatten die Grazer dem Kroaten die Freigabe erteilt, für die Wiener zu spielen. Ein Gespräch mit Frank Stronach und vielleicht ein paar Kröten haben GAK-Präsident Harald Sükar überzeugt. "Dagegen gibt es von der sportlichen Führung nichts einzuwenden", gab sich Schachner recht gefasst.

Ganz anders sein Kapitän, Toni Ehmann: "Hängen lassen hat er uns, und das vier Tage vor Meisterschaftsstart." Tokic hätte Schachner noch kurz vor seinem Wechsel versichert, beim GAK bleiben zu wollen. "Drei Tage später sagte er dann der Austria zu. Das nennt sich Charakterstärke." Profigeschäft nennt sich das aber auch, Schachner hofft nur, dass der Appetit der Austria auf GAK-Spieler mit Tokic und davor Libor Sionko gestillt ist, "dass einige doch bei uns bleiben. Sonst bilden wir nur noch für die Austria aus."

Tokic hätte die Wiener vermutlich auch ohne Schachners Ausbildung verstärkt. Und auch sonst scheint man gut eingekauft zu haben. Der Pole Arek Radomski überzeugte als Schaltstelle im Mittelfeld, nicht immer spektakulär, aber immer effektiv. Der Niederländer Delano Hill, aus Rostock gekommen, fiel trotz Trainingsrückstandes nicht ab. Am Samstag in Mattersburg könnte Trainer Peter Stöger wieder auf Sasa Papac zurückgreifen. Schachner wird Tokic auch in der Südstadt gegen Admira ersetzen. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 22. Juli 2005, lü)

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