1.000 Eisenbahner wollen "Goldenen Handschlag"

31. Juli 2005, 18:28
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510 bereits abgefertigt - Vorarbeiten zum Wechsel 200 weiterer Eisenbahner zur Justizwache laufen noch

Wien - Bei den ÖBB haben rund 1.000 Mitarbeiter ihr Interesse für das seit Februar laufende Sonderabfertigungsmodell angemeldet. 510 davon, mehr als ursprünglich geplant, hat das Unternehmen bereits den so genannten "Golden Handshake" gewährt. Einen entsprechenden Medienbericht haben die ÖBB am Donnerstagnachmittag bestätigt. Die weiteren 500 Anträge werden noch geprüft. ÖBB-Personalchef Franz Nigl sprach von einer "sehr zufrieden stellenden Zwischenbilanz". Das Unternehmen liege damit "über Plan".

Die Gesamtkosten für das Abfertigungsmodell betrugen bisher 12,75 Mio. Euro. Im Durchschnitt erhielt jeder der 510 Mitarbeiter damit rund 25.000 Euro. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben, war über 40 Jahre alt. Die durchschnittliche Dienstzeit betrug 16,5 Jahre, so die ÖBB. Ursprünglich waren die ÖBB davon ausgegangen, dass fast nur unter 40-jährige davon Gebrauch machen würden.

Ziel erreicht

Ihr Ziel, wonach bis Jahresende 300 bis 500 Eisenbahner mit dem Abfertigungsmodell zum Verlassen der ÖBB bewegt werden sollten, haben die ÖBB damit bereits vorzeitig erreicht. Weitere Sonderabfertigungsprämien von bis zu vier zusätzlichen Monatsgehältern, wie sie die ÖBB zum Auftakt der Aktion zwischen Februar und Ende Mai gewährt hatten, sind daher derzeit nicht geplant. "Für die Zukunft schließen wir das aber nicht aus", sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Nach dem herkömmlichen Modell erhalten die ÖBB-Mitarbeiter derzeit bei einer Dauer des Dienstverhältnisses von zehn Jahren das Siebenfache, bei 15 Jahren das Zehnfache, bei 20 Jahren das Vierzehnfache und bei 25 Jahren das Neunzehnfache des letzten Brutto-Monatsentgeltes als Abfertigung.

Frühpension

In den vergangenen vier Jahren waren pro Jahr lediglich gut 200 unkündbare Mitarbeiter ausgeschieden. Kündigungen sind bei den ÖBB nicht möglich. Stattdessen hatten die Bundesbahnen - wie im Gesetz vorgesehen - zu Jahreswechsel 577 überzählige Eisenbahner betriebsbedingt in Frühpension geschickt. Insgesamt wollen die ÖBB ihren Personalstand bis 2010 von zuletzt rund 43.000 auf 35.000 Mitarbeiter senken.

Unter anderem wollen die Bundesbahnen deshalb auch Mitarbeiter an die Justizwache abgeben. Für die Aktion haben sich, wie berichtet, 600 ÖBBler gemeldet. Das Justizressort hatte zuvor erklärt, im Rahmen eines "Personalleasing-Modells" 200 ÖBB-Mitarbeiter aufzunehmen. Die Prüfung, wo die Eisenbahner nun tatsächlich eingesetzt werden können, ist nach wie vor im Laufen, heißt es aus den ÖBB. (APA)

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