Räuber schoss Passanten nieder: Zwölf Jahre Haft

21. Juli 2005, 18:30
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40-jähriger Wiener verfolgte Täter nach missglücktem Überfall - Angeklagter: "Wollte ihn nur abschrecken"

Wien - Zu zwölf Jahren Haft ist am Donnerstagabend ein 31- jähriger Slowake von einem Wiener Schwurgericht verurteilt worden. Er hatte im Jänner ein Juwelier-Geschäft in der Innenstadt überfallen, wobei er einen Angestellten dazu brachte, ihm aus der Kassenlade 600 Euro auszuhändigen. Auf der Flucht schoss er auf einen ihn verfolgenden Passanten und traf diesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Täter hatte sich in dem Geschäft zunächst zum Schein nach Uhren der Marke "Breitling" erkundigt. Dann zückte er sein Schießeisen und dirigierte die Angestellte ins Nebenzimmer wo er verlangte, sie möge ihm den Safe öffnen. Den gab es gar nicht, er hatte irrtümlich einen Kühlschrank für einen solchen gehalten.

Mittlerweile waren Passanten auf die Vorgänge in dem am Tuchlauben etablierten Juwelier-Geschäft aufmerksam geworden. Der Räuber registrierte das und ergriff mit seiner spärlichen Beute die Flucht.

Zwei beherzte Männer nahmen die Verfolgung auf, was einer von ihnen beinahe mit dem Leben bezahlte. Während der Jüngere zurückfiel, hatte ein 40-Jähriger den Flüchtenden auf der Wipplingerstraße beinahe eingeholt.

Der Slowake - bereits wegen Raubes vorbestraft, zuletzt wegen mehrerer Einbrüche fünf Jahre im Gefängnis - blieb stehen, drehte sich um, richtete aus einer Entfernung von einem Meter seine Waffe auf den Verfolger und drückte ab. Das Geschoss durchschlug zunächst die rechte Hand des Wieners und drang ihm dann in den Lenden-Bereich. (APA)

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