Landeswährung um 40 Prozent abgewertet

31. Juli 2005, 14:05
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Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten

Harare - Simbabwe hat seine Landeswährung zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten abgewertet. Die jüngste 40-prozentige Abwertung solle den wirtschaftlichen Niedergang des afrikanischen Landes stoppen, begründete Zentralbank-Gouverneur Gideon Gono am Donnerstag. Exporteure erhalten statt 12.500 künftig 17.500 Simbabwe-Dollar pro US-Dollar. Der Wechselkurs liegt jedoch noch immer weit unter dem Schwarzmarkt-Kurs, der bei rund 25.000 Simbabwe-Dollar liegt.

Zugleich wurde verfügt, dass künftig das gesamte im Land geförderte Gold der Regierung verkauft werden müsse. Um an Devisen zu kommen, werde zudem landesweit das notorisch knappe Benzin an bestimmten Tankstellen für einen US-Dollar pro Liter verkauft. Niemand werde nachfragen, wo die ausländischen Devisen herkämen, sagte Gono. Die nationale Fluggesellschaft habe wegen Treibstoffmangels vor kurzem bereits Flüge streichen müssen, berichtete die staatliche Zeitung "The Herald".

Wirtschaftskrise

Das Land erlebt die schlimmste wirtschaftliche Krise seit seiner Unabhängigkeit. Nach fünfjähriger Rezession liegt die Inflation bei 164 Prozent. Die Regierung von Präsident Robert Mugabe verhandelt nach Medienberichten zur Zeit mit seinem Nachbarland Südafrika über eine Kreditlinie in Höhe von einer Milliarde US-Dollar (821 Mio. Euro).

Simbabwe ist in Gefahr, durch einen drohenden Ausschluss des Internationalen Währungsfonds (IWF) kaum noch Zugang zu Krediten zu erhalten. Nach Gonos Angaben zahlt das Land nun alle drei Monate mit 9 Mio. US-Dollar seine Schulden beim IWF zurück. Sie liegen nach unterschiedlichen Berichten zwischen 300 und 450 Mio. Dollar. (APA/dpa)

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