Tirol: Polizist nach Ermittlungen im Rotlichtmilieu suspendiert

22. Juli 2005, 15:49
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Fünf Verdächtige u.a. wegen des Verdachts der Zuhälterei festgenommen

Innsbruck - Ein Beamter des Tiroler Landespolizeikommandos ist im Zuge von Ermittlungen im Rotlichtmilieu vorläufig suspendiert worden. Er soll geplante Polizeikontrollen verraten haben. Ermittelt wurde gegen eine Tiroler Tätergruppe wegen des Verdachts der Zuhälterei, der Zuführung zur Prostitution, des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels und der Kriminellen Organisation. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Der Polizist wurde vorläufig suspendiert, nachdem sich der Verdacht gegen ihn nach Ermittlungen bestätigt hatte, erklärte Landespolizeikommandant Oskar Gallop am Donnerstag der APA. Die Ursache für das Verhalten des Polizisten dürfte in einem Bekanntschaftsverhältnis zu einer Betreiberin eines so genannten "Massagestudios" liegen.

"Deartiges Fehlverhalten absolut nicht zu dulden"

"Ein derartiges Fehlverhalten ist absolut nicht zu dulden", sagte Gallop. Der Fall werde nun der Disziplinarkommission übermittelt. Gallop gehe davon aus, dass die Suspendierung von dieser nicht aufgehoben werde. Zudem werde man den Beamten wegen des Verdachts des Amtsmissbrauches und Verletzung des Amtsgeheimnisses der Staatsanwaltschaft anzeigen, sagte der Tiroler Landespolizeikommandant.

Fünf Tiroler - zwei Männer und drei Frauen - seien in die nun aufgedeckten, kriminellen Machenschaften rund um illegale Prostitution verwickelt gewesen. In so genannten "Entspannungsstudios" und Wohnungen im Raum Innsbruck, aber auch im Ober- und Unterland sowie dem Wipptal seien mehr als ein Dutzend Prostituierte aus Österreich, Südamerika und Osteuropa beschäftigt worden, teilte das Landeskriminalamt der APA mit. Über zwei der Liebesdienerinnen wurde die Schubhaft bzw. ein Aufenthaltsverbot verhängt.

An den Festnahmen nach mehrmonatiger Ermittlungsarbeit waren das Landeskriminalamt, das Stadtpolizeikommando Innsbruck, Beamte des Bundeskriminalamtes, des EKO Cobra sowie weiteren operativen Sondereinheiten des Bundesministerium für Inneres beteiligt. Von den fünf Drahtziehern wurden drei in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. (APA)

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