Räikkönen im WM-Rennen unter Druck

25. Juli 2005, 12:33
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"Alonso ist schon weit weg und es wird nicht leicht, ihn einzuholen" - Der Finne ist der einzige Gegner des Leaders im Renault

Hockenheim - So richtig aus der Ruhe bringen kann Kimi Räikkönen nichts. Selbst die durch Fahrfehler und technische Defekte verspielte Gesamtführung in der Formel 1-Weltmeisterschaft lässt den Finnen kalt. "Es wäre zwar schön, wenn ich Spitzenreiter wäre, aber es ist nun mal nicht so", sagte der McLaren-Mercedes-Pilot gelassen. "Was soll ich da groß jammern." Beim GP von Deutschland am Wochenende auf dem Hockenheimring will Räikkönen mit einem Sieg den großen Rückstand auf Renault-Rivale Fernando Alonso wenigstens etwas verkürzen.

"Der Titelgewinn wird schwierig, aber wir versuchen alles", versicherte der Finne. "Alonso ist schon weit weg und es wird nicht leicht, ihn einzuholen." Bereits 26 Punkte liegt Räikkönen (51) vor dem zwölften Saisonlauf am Sonntag hinter dem Spanier (77) zurück. Angesichts von nur noch acht ausstehenden Rennen wird es also höchste Zeit für die Silberpfeile, mit der Aufholjagd auf die "Blauen" zu beginnen. "Ein Doppelsieg wäre perfekt", sagte Räikkönen, wobei er dann natürlich vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya liegen will.

Außer Renault keine Konkurrenz

McLaren-Mercedes gilt als leichter Favorit. Außer Renault gibt es nach derzeitigem Kräftestand keinen ernsthaften Widersacher. Selbst Seriensieger Michael Schumacher hat auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs angesichts der unübersehbaren Schwächen von Ferrari nur Außenseiterchancen. Dies gilt auch für die WM-Gesamtwertung, in der Schumacher (43) schon 34 Punkte hinter Alonso liegt. "Für Michael wird es noch schwieriger als für mich, Fernando einzuholen, da wir wenigstens das passende Paket haben", urteilte Räikkonen. "Aber wenn Fernando und ich ein paar Mal ausfallen, könnte es für ihn noch klappen."

Letztendlich läuft das Titelrennen aber auf ein Duell zwischen Alonso und Räikkönen hinaus. Dabei kommen dem jeweiligen Gesamtpaket und dessen Zuverlässigkeit entscheidende Bedeutung bei. Auch wenn er im Vergleich der Fehler und Defekte deutlich 1:6 gegen den Spanier zurückliegt, sieht Räikkönen für den Rest der WM-Runde hier keinen Vorteil für einen der beiden aussichtsreichsten Titelkandidaten. "Wer das bessere Paket hat, hängt von so vielen Faktoren ab: Bedingungen am Grand-Prix-Wochenende, Wetter, Streckencharakteristik, etc. Da kann noch viel passieren."

"Ich schaue immer nach vorn - nie zurück", lautet Räikkönens Lebensmotto. So kann er alle Rückschläge innerhalb kürzester Zeit verarbeiten und lähmt sich nicht durch langes Lamentieren. Pleiten, Pech und Pannen gleich im halben Dutzend wie in dieser Saison bringen ihn höchstens für Minuten aus dem inneren Gleichgewicht. "Kimi hat die Gabe, solche Tiefschläge innerhalb kürzester Zeit abzuhaken", beschrieb McLaren-Teamchef Ron Dennis eine der positiven Eigenschaften seines Schützlings. (APA/dpa)

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    Räikkönen muss Gas geben.

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