Streit um Singvögel-Ausstellungen

27. Juli 2005, 15:45
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Tierschützer gegen Aufhebung des Verbots: Ausstellungen legitimieren letztlich auch den Fang

Wien - "Es besteht kein Grund und keine Notwendigkeit, die derzeitige Tierschutz-Veranstaltungsverordnung des Bundes, die das Ausstellen von Singvögeln verbietet, abzuändern." Auf dieses Statement einigten sich Österreichs Tierschutzvereine, allen voran der Verein gegen Tierfabriken (VGT). Die Ausstellung des Federviehs zu erlauben - wie es in einer geplanten Verordnung der Ministerin Maria Rauch-Kallat vorgesehen ist - würde auch ihren Fang legitimieren, argumentierte Martin Balluch vom VGT am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Indirektes Fangverbot

Das Ausstellen von Wildfängen ist nach der Tierschutz-Veranstaltungsverordnung verboten. Nach Angaben von Tierschutzexpertin Regina Binder werde dadurch indirekt auch ein Verbot des Singvogelfanges bewirkt, da dieser vor allem zum Zweck der Ausstellung der Tiere praktiziert werde. Daher sprechen sich die Aktivisten gegen eine Abänderung der Verordnung aus.

Das Fangen und die Schaustellung von Singvögeln seien außerdem nach dem Tierschutzgesetz verboten, unter dem Aspekt, dass den Tieren hierbei "ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt" werde.

Zum Beweis dieser Behauptung präsentierte Harald Hofner, Präsident des Dachverbandes der oberösterreichischen Tierschutzorganisationen, ein in einem Netzkolben verendetes Exemplar. "Theoretisch müsste der Vogelfänger während des gesamten Fangvorganges anwesend sein, in der Praxis sei das jedoch nicht immer der Fall", wodurch es zum Tod eines Tieres kommen kann, argumentierte Hofer.

"Rauch-Kallat muss Verordnungsentwurf abändern"

Davon dass der Singvogelfang einen groben Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt, gab sich auch die Tierschutzsprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger, überzeugt. "Rauch-Kallat muss ihren umstrittenen Verordnungsentwurf dementsprechend abändern", forderte sie in einer Aussendung.(APA)

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