Medizinische Behandlung kann Flughafen-Alarm auslösen

23. Juli 2005, 10:30
5 Postings

Verwendung radioaktiver Substanzen narrt die Sensoren

London - Ein 55-jähriger Pilot hat einen Alarm am Flughafen ausgelöst, weil sein Herz zuvor mit Hilfe von radioaktivem Material untersucht worden war. Auch eine Schilddrüsentherapie mit radioaktivem Jod und spezielle Knochenuntersuchungen könnten die Strahlenmessgeräte irritieren, berichtet ein englisches Ärzteteam um Richard Underwood vom Royal Brompton Hospital im Fachblatt "The Lancet" von diesem Samstag.

Betroffene Patienten sollten daher von ihren Ärzten eine Karte bekommen, die Art und Datum der Untersuchung oder Behandlung verzeichne. Nach Angaben des US-Mediziners Lionel Zuckier von der New Jersey Medical School in Newark kann eine Schilddrüsentherapie mit Jod noch nach drei Monaten und eine Herzuntersuchung mit radioaktivem Thallium noch ein Monat lang Fehlalarm auslösen.

Der betroffene Pilot hatte eine Herz-Szintigraphie erhalten, bei der radioaktive Elemente in den Körper gespritzt werden, um einen Krankheitsherd zu finden. Er war zwei Tage nach der Untersuchung vom Sicherheitspersonal am Flughafen festgehalten und intensiv verhört worden. Dann durfte er zwar nach Moskau fliegen, vier Tage später löste er jedoch erneut Fehlalarm aus und musste Rede und Antwort stehen. (APA/dpa)

Share if you care.