Rapid weiter ungeschlagen und wieder Erster

28. Juni 2000, 20:12

Wagner sicherte 1:0-Sieg in Lustenau


Der von Schiesswald (li) geherzte René Wagner traf wieder einmal entscheidend.
Lustenau - Rapid Wien ist nach der 29. Runde der Fußball-max.Bundesliga weiterhin Tabellenführer. Die Hütteldorfer blieben bei Austria Lustenau auch im siebenten Frühjahrsmatch ohne Niederlage und feierten dabei ihren sechsten Sieg. Das Goldtor zum 1:0 (1:0)-"Pflichtsieg" erzielte Rene Wagner, der auch im vierten Saisonspiel gegen die Vorarlberger traf. Allerdings hatte der Sieg einen schalen Beigeschmack, denn Regisseur Dejan Savicevic musste schon nach 14 Minuten mit einem Muskelfaserriss vom Feld und wird wohl drei Wochen ausfallen.

Solange der Montenegriner spielte, war Rapid überlegen. Und Savicevic war es auch, der schon in der ersten Minute die große Chance zur Führung hatte, doch Kraßnitzer rettete zur Ecke. Auch einen Freistoß des Rapid-Regisseurs aus 20 Metern parierte der Lustenau-Schlussmann (11.). Doch mit dem Ausscheiden von Savicevic stellte sich Lustenau besser auf den Gegner ein. Auch wenn in dem Kampf betonten Spiel den Vorarlbergern sichtlich ein Mann abging, der Ordnung ins Spiel bringt. So musste der Zufall in vielen Situationen aushelfen, Chancen waren in dem Spiel auf beiden Seiten Mangelware.

Wagner wieder Matchwinner

Ein zu schwacher Rückpass von Schöttel leitete die größte Chance der Lustenauer ein, doch Echteld verzog aus spitzem Winkel. Und dem 1:0 für Rapid ging ebenfalls ein Fehler voraus: Benneker fabrizierte per Kopf eine Kerze, Wagner spritzte dazwischen, nahm den Ball aus rund 20 Metern direkt und überraschte Kraßnitzer, der in der 29. Minute nach dem 15. Saisontreffer des Tschechen den Ball aus dem Netz holen musste. Noch vor der Pause wurde Lustenau dann dezimiert: Grüner foulte Majidi nach Lochpass von Wimmer von hinten als letzter Mann und sah dafür die Rote Karte, den anschließenden Freistoß von Ratajczyk parierte Kraßnitzer mit Mühe.

Lustenau mit 10 Mann besser

Doch mit zehn Mann spielte Lustenau besser, hatte durch einen Prinzen-Kopfball noch vor der Pause eine große Möglichkeit. Nach dem Wechsel ließ die Qualität im Rapid-Spiel sehr zu wünschen übrig. Zwar hatte Wimmer die erste Chance, danach setzte aber Lustenau die Akzente. Einen Prinzen-Schuss fälschte Schießwald zur Ecke ab (55.), die größte Möglichkeit vergab jedoch Olugbodi: Der Nigerianer umspielte nach Pavao-Gustostückerl Freund und Ratajczyk, sein Schuss verfehlte aber knapp das Tor. Und auch die letzte Chance zum Ausgleich, ein Pavao-Schuss in der 85. Minute, verfehlte sein Ziel.

Bei Rapid herrschte nach dem Wechsel spielerische Ebbe, einzig Radovic hatte zwei Chancen, jeweils nach Wagner-Zuspiel: In der 55. Minute rettete ein Mal mehr Kraßnitzer, in der 72. schoss er aus fünf Metern in die Wolken und auch in der 92. Minute verfehlte er nach Kraßnitzer-Patzer das leere Tor. So blieb es beim harterkämpften 1:0, das aber zur Tabellenführung reichte. Lustenau hat dagegen im Kampf gegen den Abstieg bereits vier Punkte Rückstand auf Bregenz.


Austria Lustenau - Rapid Wien 0:1 (0:1). Reichshof-Stadion, 5.000, Winkelbauer.

Tor: 0:1 (29.) R. Wagner

Lustenau: Kraßnitzer - Prinzen - Katemann, Grüner, Benneker - Marcelino, Olugbodi, Pastoor, Brezic (59. Pavao), Butrej - Echteld (67. Schneidhofer)

Rapid: Maier - Schöttel - Schießwald, Ratajczyk - Wimmer, Freund, Savicevic (14. Majidi/66. Wallner), Saler (88. Lederer), Lagonikakis - Radovic, R. Wagner

Rote Karte: Grüner (Lustenau/42./Torraub)

Gelbe Karten: Brezic, Butrej bzw. Schöttel, Schießwald, Saler. (APA)

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