Handelswege durch die Alpen im Lauf von 10.000 Jahren

25. Juli 2005, 09:00
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Ausstellung "Über die Alpen - Menschen . Wege . Waren" ist ihrerseits auf Wanderschaft

Bregenz - Im Vorarlberger Landesmuseum wurde am Freitag die Ausstellung "Über die Alpen - Menschen . Wege . Waren" eröffnet. Bis 2. Oktober gibt die Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) - durchgeführt vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg - einen umfassenden Einblick in historische Handelsrouten durch die Alpen, in Handelsgüter und kulturellen Austausch zwischen den Völkern nördlich und südlich des Alpenhauptkammes.

Qualitätvolle archäologische Bodenfunde aus den Alpenregionen Österreichs, Italiens, Deutschlands, Liechtensteins und der Schweiz illustrieren die mehr als 10.000-jährige Geschichte von Handel und Verkehr. Bereits vor fast 11.000 Jahren überquerten die ersten Menschen die Alpen. Große Flusstäler und zahlreiche Alpenpässe waren die Hauptverkehrsrouten und ermöglichten einen kulturellen Austausch der Völker südlich und nördlich des Hochgebirges. Nördlich der Alpen gefundene Dolchklingen aus oberitalienischem Silex belegen schon für die Jungsteinzeit den transalpinen Handel.

Während der Bronzezeit, insbesondere ab der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr., führte die Ausbeutung der Kupfererzlagerstätten zu einer verstärkten Besiedlung der inneralpinen Täler nicht nur im Bereich der Lagerstätten, sondern auch entlang der häufig begangenen Verkehrswege. In der Eisenzeit waren die Alpenübergänge Mittler zwischen der keltischen Welt im süddeutschen Raum und den Etruskern in Norditalien, diese beeinflussten die keltische Kunst maßgeblich. Erst mit den Römern wurde ab der Zeitenwende ein gut ausgebautes Straßennetz und somit eine Verkehrsstruktur geschaffen, die bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Bestand hatte. An diesen Standard konnte erst im 19. Jahrhundert wieder angeknüpft werden. (APA)

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Vorarlberger Landesmuseum: Wanderausstellung "Über die Alpen - Menschen . Wege . Waren"

22. Juli bis 2 Oktober 2005; während der Festspielzeit täglich geöffnet
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