Zwischen Natur und Großstadt

21. Juli 2005, 19:18
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"Coolhunters": Jugendkulturen zwischen Markt und Medien - k/haus-Galerie zeigt natur (skul)p(t)ur

Wien - Zwischen Natur und Großstadt bewegt sich das Künstlerhaus mit zwei Ausstellungen. "Coolhunters" widmet sich, architektonisch eingebettet in eine asphaltgraue Skater-Landschaft, Jugendkulturen zwischen Markt und Medien. Variantenreiche bildhauerische Naturgestaltung zeigt indes die Schau "natur (skul)p(t)ur" in der k/haus-Galerie.

Jugendalltag

"Coolhunters" will die verschiedenen Facetten des heutigen Alltags von Jugendlichen zeigen und ihre Möglichkeiten, im medialen und kommerziellen Überangebot eigene Identitäten und auch Gegen-Strategien zu entwickeln. Der aus dem Marketing-Bereich entlehnte Ausstellungstitel, der auf an Jugendkulturen orientierte Trendscouts und zugleich die eigene Suche der Jugendlichen nach Coolness anspielt, soll genau diese Ambivalenz transportieren, erläuterte Kuratorin Sabine Himmelsbach.

Feldforschungen

Die zuvor im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) gezeigte Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entwickelt. In Feldforschungen kristallisierten sich die Themenbereiche heraus, die ihnen wichtig waren. Zugleich wurden sie eingeladen, selber Arbeiten beizusteuern, die zum Teil in die Präsentation integriert, zum Teil auf der Website abrufbar sind.

An der Schwelle von Alltag und Kunst werden neben Amateurarbeiten Werke von Kunst- oder Medienstudenten, zum Teil eigens dafür produzierte Arbeiten etablierter Künstler gezeigt, aber auch Musik-Videoclips, Computerspiele oder Objekte aus dem Frankfurter Archiv für Jugendkultur von Kuratorin Birgit Richard, wie Modeaccessoires oder eine Sammlung von Energydrinks. In Pia Lanzes Video "Mädchenzimmer" etwa präsentieren Teenager ihren Lieblingsgegenstand, ein Terminal informiert über Jugendsprache, und ein interaktives Computerspiel führt einem die Illusion der freien Wahl vor Augen.

Reflexion

Jugendliche als das zentrale Zielpublikum sollen eingeladen werden sich zwischen Abbild und kritischer Reflexion "zum Teil wiederzuerkennen und zum Teil ins Grübeln zu kommen", wie es Kurator Klaus Neumann-Braun formulierte. Die nachgebildete Skater-Halfpipe holt dabei quasi, so Richard, "die Straße nach innen" als jenen Ort, an dem Jugendliche diversen Aktivitäten nachgehen und ihre Markierungen hinterlassen und als Verweis auf die Nischen, die es ihnen immer wieder gelingt im Alltag zu finden.

Spannungsfeld Natur-Kunst

"natur (skul)p(t)ur" präsentiert eine Vielfalt von Arbeiten im Spannungsfeld Natur-Kunst aus den Bereichen Skulptur und Objekt, Installation und Landart, Fotokunst und Zeichnung. Die Natur liefert entweder das Material, wie in den zentralen Rauminstallationen "Feuerstelle" von Richard Künz und Alfred Grafs "Archipelago" aus 16 Wachswürfeln mit Natursegmenten, oder sie ist Inspiration wie etwa in Franziska Stiegholzers filigranen Drahtarbeiten.

Zu sehen sind weiters Arbeiten von Behruz Heschmat, Manfred Hirschbrich, Gottfried Hoellwarth, Walter Kölbl, Richard Künz, Gert Linke, Judith.P.Fischer, Josef Pillhofer, Dragutin Santek, Franziska Stiegholzer, Fridolin Welte und Christa Zeitlhofer. Eine große Skulptur von Ulrike Truger, die vor dem Künstlerhaus aufgestellt wurde, leistet damit nicht zuletzt auch die Verbindung von Natur und Großstadt. (APA)

"coolhunters" von 22. Juli bis 16. Oktober, und "natur (skul)p(t)ur", von 22. Juli bis 18. September im Künstlerhaus, Di-So 10-18 und Do bis 21 Uhr

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Künstlerhaus

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