Al-Rawi verurteilt radikale Äußerungen

24. Juli 2005, 09:34
54 Postings

Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft: "Kleine Minderheit nimmt Muslime in Geiselhaft"

Wien - Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, hat am Donnerstag die Äußerungen des Imams einer vom Verfassungsschutz als radikal eingestuften Moschee in Wien-Neubau verurteilt. "Es ist eine kleine Minderheit von weniger als zwei Prozent, die die ganzen Muslime in Österreich und ihren gemäßigten Weg in Geiselhaft nimmt", sagte Al-Rawi zur APA.

"Die Glaubensgemeinschaft und alle Muslime, die mit mir telefoniert haben, sind erschüttert über die Ansichten, die da verbreitet wurden", so der Integrationsbeauftragte, der auch für die SPÖ im Wiener Gemeinderat sitzt. Imam Abu Muhammad bzw. Armin Bibars vom Moschee-Verein hatten gegenüber der "Presse" erklärt, dass Muslime kein Teil der österreichischen Gesellschaft seien und dass Gesetze nur von Gott gemacht würden.

Von Mehrheit der Muslime gemieden

Al-Rawi betonte, dass die betreffende Moschee mit der Glaubensgemeinschaft nicht in Verbindung stehe. Sie werde von der überwiegenden Mehrheit der Muslime gemieden: "Ich appelliere dafür, dieser Gruppe kein Forum zu bieten und sie nicht noch bekannter zu machen." Die meisten moslemischen Vereine seien ähnlicher Ansicht. "Wir können das nicht verhindern, aber so lange sie eine abgekapselte, minimalst kleine Gruppe sind, ist das auch gut so. Wir wollen nicht, dass sie sich mit den restlichen Moscheen vermischen."

Wer Teil der Islamischen Glaubensgemeinschaft sein wolle, müsse deren offenen, gemäßigten, toleranten und auf Respekt gegründeten Weg unterstützen. Al-Rawi verwies auch auf die Schlusserklärung der ersten österreichischen Imame-Konferenz vergangenen April in Wien. Darin wurde ein Bekenntnis zur Integration, aber auch zum österreichischen Staat und dessen verfassungsrechtlichen Prinzipien abgegeben. (APA)

Share if you care.