Oberösterreich: Prostituierte wie Sklavin gehalten

22. Juli 2005, 15:49
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Als das Baby zur Welt kam, gab die Bordellbetreiberin vor, sie wäre die Mutter und behielt den Lohn der Frau ein

Linz - Eine 28-jährige tschechische Prostituierte soll in einem Bordell in Oberösterreich wie eine Sklavin gehalten und schwer misshandelt worden sein, teilte die Sicherheitsdirektion mit. Der genaue Ort des Bordells wurde noch nicht bekannt gegeben. Der Frau ist die Flucht gelungen. Gegen die Bordellbetreiberin wurde ein Haftbefehl erlassen.

Die 28-jährige Frau lernte im Jahr 2001 während ihrer Arbeit auf der Straße einen Oberösterreicher kennen. Dieser vermittelte sie in das Bordell. Gemeinsam mit drei anderen Frauen ging sie anfangs freiwillig der Prostitution nach. Drei Jahre später wurde die Tschechin durch einen Freier schwanger.

Bordellbesitzerin gab sich als Mutter aus

Als das Baby zur Welt kam, gab die Bordellbetreiberin vor, sie wäre die Mutter. Die 28-Jährige musste weiter ihrer Arbeit nachgehen. Nach der Geburt wurde der gesamte Lohn der Frau von der Betreiberin des Bordells als Unterhalt für das Kind einbehalten.

Schwere körperliche Misshandlungen

Durch schwere körperliche Misshandlungen und wenig Nahrung magerte die Frau schließlich auf 40 Kilogramm ab. Vor zwei Wochen gelang der Tschechin die Flucht.

Die Frau schaltete die Polizei ein, die sofort eine Ärztin verständigte. Die Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie musste wegen eines Magengeschwürs notoperiert werden. Ihr Kind wurde der Fürsorge übergeben.(APA)

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