Hintergrund: Afghanistan für das Bundesheer kein unbekanntes Land

24. Juli 2005, 20:28
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Österreich 2002 mit 70 Mann bei Aufbau der ISAF-Truppe beteiligt

Wien - 93 österreichische Soldaten leisten ab August in Kunduz im Norden Afghanistan einen Beitrag zur Sicherung der Parlamentswahlen in dem Land am Hindukusch. Der Einsatzort ist neu, das Land ist es nicht: Österreich hat sich bereits von Februar bis Dezember 2002 an der ersten Phase der internationalen Friedenssicherung am Hindukusch beteiligt.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA bald klargemacht, dass sie das fundamentalistische Taliban-Regime in Afghanistan beseitigen wollten. Die Taliban hatten der Terrororganisation El Kaida und ihrem Anführer Osama Bin Laden Unterschlupf gewährt. Anfang Oktober starteten die USA gemeinsam mit Verbündeten ihre Militäraktion, die mit dem Sturz der Taliban endete.

ISAF

Am 21. Dezember 2001 hat schließlich der UNO-Sicherheitsrat mit der Resolution 1386 das Mandat der von der NATO geführten "International Security Assistance Force" ISAF beschlossen. Zuständig war die Truppe vorerst nur für die Hauptstadt Kabul und ihre Umgebung. Im Herbst 2003 und zuletzt in den vergangenen Wochen erfolgte eine Ausweitung auf den Norden und Westen des Landes.

Österreich hat sich an ISAF im Rahmen des deutschen Kontingents ab Februar 2002 mit 70 Soldaten beteiligt. Aufgabe war es, die afghanischen Sicherheitsbehörden zu unterstützen und auszubilden. Dazu kamen Wiederaufbauprojekte im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit (CIMIC).

Im Juli 2002 erfolgte eine Rotation mit neuen Freiwilligen, Anfang Dezember kam der Abschied. Nach dem Motto "first in, first out" wollte das Bundesheer zwar am Beginn des Einsatzes dabei sein, eine dauernde Stationierung am Hindukusch erschien aber nicht leistbar.

Im Sommer 2003 kehrten dann auch die letzten in Stabsfunktionen verbliebenen Österreicher zurück. Insgesamt waren an diesem ersten ISAF-Engagement Österreichs rund 170 Offiziere, Unteroffiziere und Chargen beteiligt.

Nicht einmal ein Jahr später ist das Bundesheer mit Stabspersonal nach Kabul zurück gekehrt. Bereits Anfang März 2005 hatte dann der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) seinen österreichischen Ressortkollegen Günther Platter (V) gebeten, eine Ausweitung des Einsatzes zu prüfen. (APA)

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