Antenna Hungaria geht an Swisscom

29. Juli 2005, 10:46
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Schweizer Telekom-Konzern zahlt rund 190 Mio. Euro - ORF bot 170 Millionen

Der ORF ist bei der Privatisierung des ungarischen Sendernetzes Antenna Hungaria nicht zum Zug gekommen. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Donnerstag berichtete, ging die Swisscom Broadcast AG als Sieger aus dem Bieterverfahren hervor. Der Schweizer Telekom-Konzern legt laut Privatisierungsagentur APV für 75 Prozent plus eine Aktie 46,76 Mrd. Forint (190 Mio. Euro) auf den Tisch. Beim ORF kommentierte man dies gelassen: Man habe sich am internationalen Parkett gut geschlagen, "es kommen noch andere Gelegenheiten", sagte Finanzdirektor Alexander Wrabetz.

Erster Schritt in Richtung Expansion

Mitbewerber von Swisscom waren in der letzten Runde die ORF-Tochter ORS (ÖsterreichischeRundfunksender GmbH) sowie die australische Macquarie-Gruppe, die ORS war letztendlich zweitplatziert. Ein Engagement in Ungarn hatte man im ORF als einen möglichen ersten Schritt zur Expansion im mittel- und osteuropäischen Raum betrachtet, ungarischen Medienberichten zufolge bot der ORF umgerechnet rund 170 Mio. Euro.

"Mehr nicht sinnvoll"

"Das war der Betrag, den man mit gutem Gewissen vertreten konnte, mehr wäre nicht sinnvoll gewesen", sagte Wrabetz. "Ein höherer Preis wäre aus unserer Sicht nicht vertretbar gewesen. Schließlich sind das vorerst nur 75 Prozent, den Rest muss man auch noch kaufen, und die Unternehmensschulden sind auch noch zu bezahlen." Über 250 Mio. Euro hätte so ein Engagement dann insgesamt ausgemacht, schätzt der Finanzdirektor.

Schade

Es sei zwar "schade, wenn man nur die Silbermedaille gewinnt", räumte Wrabetz ein. "Aber insgesamt muss man es als positiv bewerten, dass wir in so einem harten internationalen Bieterwettbewerb so gut abgeschnitten haben." Nach wie vor habe man weitere Sendernetze im mittel- und osteuropäischen Raum im Auge und habe nun in Ungarn "international aufgezeigt".

Swisscom war zuletzt in Tschechien mit der angestrebten Übernahme der Cesky Telecom gescheitert. Der Vollzug der Übernahme der Antenna Hungaria werde im vierten Quartal 2005 erwartet. Voraussetzung ist die Zustimmung der ungarischen, europäischen sowie der Schweizer Wettbewerbsbehörden.(APA/MTI/sda)

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