Sunniten ziehen sich aus Verfassungskonvent zurück

24. Juli 2005, 17:17
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Nach Ermordung eines Konventsmitglieds und dessen Beraters - Kurden melden Gebietsansprüche an

Bagdad - Die Sunniten werden sich bis auf weiteres nicht mehr am Entwurf einer irakischen Verfassung beteiligen. Nach der Ermordung eines sunnitischen Mitglieds des Verfassungskonvents würden die verbliebenen Delegierten ihre Mitarbeit in dem Gremium aussetzen, sagte Kamal Hamdun am Donnerstag. Bereits am Mittwoch hatten die Sunniten ihre Mitarbeit in Frage gestellt. Die Sunniten fordern unter anderem eine internationale Untersuchung der Morde an dem Konventsmitglied Mijbil Issa und seinem Berater.

Obwohl sie wegen eines Wahlboykotts kaum im Parlament vertreten sind, wurden 15 Sunniten in den Konvent berufen. Zwei von ihnen haben ihre Arbeit wegen Terrordrohungen bereits aufgegeben, Issa war am Dienstag getötet worden. Der Verfassungskonvent soll bis Mitte August ein neues Grundgesetz erarbeiten. Die Mitarbeit der Sunniten gilt dabei als entscheidende Voraussetzung für eine breite Akzeptanz der künftigen Verfassung.

Kurden legen Karte mit größerem Gebiet vor

Ein möglicher Streit bahnt sich auch wegen einer dem Verfassungskonvent vorgelegten Karte für das Gebiet der irakischen Kurden an. Darin wird ein größeres Territorium unter Einschluss der Städte Badra und Jassan ausgewiesen, die 150 Kilometer südöstlich von Bagdad liegen. "Das kurdische Parlament und die kurdischen Parteien haben sich auf diese Karte geeinigt", sagte Bullah Bachtijar von der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP). "Wir wollen, dass diese Karte Teil der Verfassung wird." (APA/AP)

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