ORF-Regionalradios nähern sich Hitradio

21. Juli 2005, 17:16
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Radiotest für das erste Halbjahr 2005: Leichter Reichweiten-Rückgang für ORF-Radios, leichtes Plus für die Privaten - Eckdaten im Überblick

Nur wenig dynamisch hat sich der heimische Radiomarkt im ersten Halbjahr 2005 entwickelt, wie der heute veröffentlichte Radiotest zeigt. Für den ORF-Hörfunk gab es einen geringfügigen Rückgang der Tagesreichweite, die Privatradios legten im Gegenzug leicht zu. Ähnlich das Bild bei den Marktanteilen, wo der ORF geringfügig verlor und die Privaten etwas gewonnen haben.

Die ORF-Radios erreichten im ersten Halbjahr 2005 täglich rund 5,3 Millionen Hörer. Die Tagesreichweite betrug 74,1 Prozent bei der Zielgruppe ab zehn Jahren (1. Halbjahr 2004: 75 Prozent), der Marktanteil 80 Prozent (81 Prozent).

Ö3 meist gehörtes ORF-Radio

Ö3 ist trotz Rückgängen weiterhin das meist gehörte ORF-Radio mit 38,3 Prozent Tagesreichweite (40 Prozent) und erzielte einen Marktanteil von 33 Prozent (35 Prozent).

Die ORF-Regionalradios näherten sich aber bei der Reichweite im ersten Halbjahr mit 37,3 Prozent (36,8 Prozent) dem "Hitradio" deutlich und überholten es mit einem Marktanteil von 39 Prozent (38 Prozent).

FM4 stabil mit 4,1 Prozent Tagesreichweite

Stabil blieben die Werte von Ö1 und FM4. Der Kultur- und Informationskanal hielt bei 8,6 Prozent Tagesreichweite (8,4 Prozent) und gleich bleibenden fünf Prozent Marktanteil, der mehrsprachige Jugendsender erzielte 4,1 Prozent Tagesreichweite (vier Prozent) und stabile drei Prozent Marktanteil. Bei der jungen Zielgruppe (14 bis 49 Jahre) gab ebenfalls kaum Bewegung für FM4, die Reichweite betrug 6,5 Prozent (6,6 Prozent), der Marktanteil wie im ersten Halbjahr 2004 vier Prozent.

1,6 Millionen Hörer täglich für Privatradios

Die Privatradios, gemeinsam vermarktet in der RMS Top Kombi, hatten im ersten Halbjahr 2005 täglich rund 1,6 Millionen Hörer. Ihre Tagesreichweite stieg leicht auf 22,4 Prozent (21,5 Prozent), der Marktanteil auf 18 Prozent (16 Prozent).

Für das Mediaprint-Radio Kronehit ist der aktuelle Radiotest die erste Erhebung, seit man im Besitz der Lizenz für bundesweites Radio ist. Die Bilanz fällt durchwachsen aus: Österreichweit blieb die Reichweite mit 4,7 Prozent (2004: 4,3 Prozent) ab zehn Jahre bzw. 6,9 Prozent (6,3 Prozent) in der jungen Zielgruppe 14 bis 49 Jahre nahezu stabil. Zulegen konnte Kronehit in Wien, Niederösterreich und Tirol, stabil beziehungsweise mit leichten Rückgängen bilanzierte man in den übrigen Bundesländern (außer Vorarlberg, wo Kronehit keinen Sender hat).

Der lange Jahre heiß umkämpfte Wiener Radiomarkt hat sich im Bereich der Privaten stabilisiert: Radio Arabella ist Reichweitensieger bei der Zielgruppe zehn plus (11,6 Prozent), Radio Energy bei den Jungen (11,6 Prozent). Deutlich zugelegt hat aber das ORF-Radio Wien. Ein Trend, der auch in anderen Bundesländern zu finden ist: Ein Plus für das örtliche ORF-Regionalradio gibt es etwa auch im Burgenland (46,3 Prozent Reichweite gegenüber 41,5 Prozent im 1. Halbjahr) oder in Tirol mit 39,7 Prozent (38,1 Prozent).

Neues in Tirol

Einem gründlichen Wandel ist im vergangenen halben Jahr die Tiroler Radiolandschaft unterzogen worden. Bis Ende Dezember 2004 gab es in Tirol die landesweite Antenne Tirol sowie Arabella Tirol, das Teile des Landes erreichte. Seit Jänner 2005 sendet auf der Frequenz von Antenne Tirol nun Life Radio Tirol, auf der Arabella-Frequenz hingegen Antenne Tirol. Diese kam im ersten Halbjahr 2005 auf acht Prozent Tagesreichweite und fünf Prozent Marktanteil (Zielgruppe ab zehn Jahre) im Verbreitungsgebiet, Life Radio Tirol brachte es auf 7,8 Prozent Reichweite und acht Prozent Marktanteil.

Regionaler Platzhirsch unter den Privaten ist - in seinem Verbreitungsgebiet - Radio Osttirol mit 20,6 Prozent Tagesreichweite (1. HJ 2004: 19,8 Prozent) und elf Prozent Marktanteil (13 Prozent). Radio Unterland/U1 erzielte 11,3 Prozent Reichweite und elf Prozent Marktanteil. (APA)

  • Radiotest: Eckdaten für das erste Halbjahr 2005

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