Sharon erwägt Vorziehen des Gaza-Abzugs

22. Juli 2005, 16:47
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Um Störungen durch Gegner des Vorhabens zu vermeiden - Proteste ebben ab

Kfar Maimon - Israels Ministerpräsident Ariel Sharon erwägt ein Vorziehen des geplanten Abzugs aus dem Gaza-Streifen, um Störungen durch protestierende Gegner des Vorhabens zu vermeiden. Wie ein Regierungsvertreter am Donnerstag sagte, könnte Sharon bereits am Donnerstag ein mögliches Vorziehen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice bei deren kurzfristig angesetzten Nahost-Besuch besprechen.

Als Befürworter meldete sich im Rundfunk Sharons Vize Ehud Olmert zu Wort: "Ich bewerte die Möglichkeit ausdrücklich als positiv, den Zeitpunkt vorzuziehen", sagte er Radio Israel. Nach den bisherigen Planungen soll der Abzug aus allen 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen und aus vier der 120 Siedlungen im Westjordanland Mitte August beginnen. Das Parlament stimmte am Mittwoch gegen eine Verschiebung.

Proteste abgeebbt

In der Nacht auf Donnerstag ebbten die Proteste zunächst ab. Tausende Gegner des Abzugsplans brachen einen Protestmarsch vom israelischen Dorf Kfar Maimon zur jüdischen Siedlung Gush Katif im Gaza-Streifen ab, um erneute Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften zu vermeiden. Diese hatten die Demonstranten in den vergangenen drei Tagen mit einem Großaufgebot daran gehindert, nach Gush Katif zu marschieren.

In der Nacht auf Donnerstag nahm die israelische Polizei nach eigenen Angaben rund 300 Demonstranten fest, die versuchten, die Absperrung zum Gaza-Streifen zu durchbrechen. Die Gegner des Abzugs kündigten allerdings neue Proteste an. Am Donnerstag verharrten nur noch einige hundert Demonstranten in Kfar Maimon, das auf israelischem Gebiet rund 15 Kilometer von Gush Katif entfernt liegt. (APA/Reuters)

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