Leon De Winter kritisiert Westen: Unverständnis für die "Metaphysik des Terrorismus"

22. Juli 2005, 10:46
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Autor fürchtet Terror-Einsatz von Massenvernichtungswaffen - Radikale Moslems könnten Herannahen des "Jüngsten Tages" zu beschleunigen versuchen

Hamburg/Wien - Der niederländische Autor Leon de Winter fürchtet, dass islamistische Terroristen Massenvernichtungswaffen einsetzen könnten. In einem Beitrag für "Spiegel Online" warnte der Islam-kritische Schriftsteller, auf diese Weise hofften radikale Moslems, das Herannahen des in den heiligen Schriften prophezeiten "Jüngsten Tages" zu beschleunigen. Den westlichen Eliten warf De Winter Unverständnis für die "Metaphysik des Terrorismus" vor.

"Metaphysik des Terrorismus"

Es scheine, "dass die (moslemische) Vorstellung vom Jüngsten Tag den Einsatz von Massenvernichtungswaffen rechtfertigt. Hinter den politischen und medialen Kulissen wird von westlichen und arabischen Geheimdiensten eine weltweite Schlacht geschlagen, um zu verhindern, dass Massenvernichtungswaffen in die Hände muslimischer Terroristen fallen", schrieb De Winter.

"Fundamentalistische Extremisten sehnen sich nach der Gelegenheit, Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Kafirs, Ungläubigen (einschließlich gemäßigter Muslime), zu töten", schrieb De Winter. "Die Terroristen sind davon überzeugt, dass die weltweite islamische Gemeinschaft im entscheidenden Moment hinter ihnen steht und die radikale Sache bei dem bevorstehenden Großbrand unterstützt. Wenn Millionen sterben, dann ist dies ein Zeichen, dass der Jüngste Tag gekommen ist", so der Autor.

"Hadith des Massensterbens"

De Winter berief sich auf einen Hadith, eine "Überlieferung" der Lehren des Propheten Mohammed, in der ein Massensterben als Zeichen für das nahende Weltgericht beschrieben wird. De Winter wies auch auf das populäre Internet-Forum http://www.islam.tc hin und zitierte aus einem dort erschienen Beitrag: "Wir haben Glück, dass uns so viel Wissen über die kommenden Ereignisse gegeben wurde, während der Jüngste Tag (Kijama) herannaht...Nur Allah kennt den genauen Zeitpunkt des Eintretens der Ereignisse, aber die Zeichen, mit denen Er uns gesegnet hat, bestätigen gewiss, dass wir am Rande eines Wandels stehen."

Westliche Intellektuelle hätten "bei ihrer Suche nach den Wurzeln und Ursachen des islamistischen Terrorismus die Metaphysik des Terrorismus noch nicht verstanden", kritisierte De Winter. "Der radikale religiöse Muslim hat kein Interesse an Foucault oder Derrida, den Göttern der Postmoderne und der Dekonstruktion, sondern an Texten, die den Gläubigen von dem einen wahren Gott übergeben wurden." Vor dem Hintergrund dieser Texte betrachteten Moslems Juden und Christen als minderwertig, da sie einer unvollständigen oder korrupten göttlichen Offenbarung anhängen würden. (APA)

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