Terror-Experte sieht "Bringschuld friedlicher Moslems"

23. Juli 2005, 21:59
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Tophoven: Festnahme Bin Ladens wird nicht Ende des Terrors sein

München/Wien - Der deutsche Terror-Experte Rolf Tophoven sieht eine "Bringschuld" der in Europa friedlich lebenden Moslems. Zur jüngsten "Fatwa"(ein religiöses Edikt) britischer Mosllems, in der der islamistische Terror deutlich verurteilt wurde, meinte der Experte gegenüber der Münchner Tageszeitung "tz": "Das ist ein guter Weg. Diese Strategie hätte man viel früher anwenden müssen. Um einen Generalverdacht gegen sie zu verhindern, haben die Muslime, die hier friedlich mit uns leben, auch eine Bringschuld."

Die Moslems müssten mit den Sicherheitsbehörden kooperieren und zum Beispiel Verdächtige melden, damit sie nicht selbst als Helfer des Terrors diskreditiert würden, sagte Tophoven für die Donnerstag-Ausgabe des Blattes laut einer Vorausmeldung.

"Guru des militanten Islamismus"

Tophoven warnte in Bezug auf Deutschland davor, "die simple Rechnung aufzustellen: Wir haben keine Soldaten im Irak und das macht uns vor dem Terror sicherer. Wir haben Truppen in Afghanistan, wir haben die Marine am Horn von Afrika, wir haben amerikanische Militärbasen während des Irakkrieges durch deutsche Polizeibeamte geschützt. Bundeswehrsoldaten bilden in den Vereinigten Arabischen Emiraten irakische Polizisten aus. All diese Elemente sind aus der Perspektive der militanten Islamisten ausreichende Rechtfertigungsgründe für eine Operation in Deutschland."

Al-Kaida-Führer Osama Bin Laden beschrieb der Experte in dem Interview als "Guru des militanten Islamismus": "So lange er lebt und Botschaften aussendet, bleibt er brandgefährlich. Er gibt zwar nicht mehr die Einsatzbefehle. Aber wenn jetzt Terror passiert, wird seine Botschaft umgesetzt: Heiliger Krieg gegen 'Ungläubige' und 'Kreuzritter'." Dadurch sei es wiederum nicht mehr relevant, ob er tot sei oder lebe. "Seine Festnahme oder Tötung wird nicht das Ende des Terrors sein, im Gegenteil." (APA)

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