EU will stärker Alltagssprache verwenden

26. Juli 2005, 12:51
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Kommission will Konsequenzen aus negativen Verfassungsreferenden in den Niederlanden und Frankreich ziehen

Die EU-Kommission will Konsequenzen aus der derzeitigen Krise der Union nach den negativen Verfassungsreferenden in den Niederlanden und Frankreich ziehen. Die zuständige Vizepräsidentin der Kommission, Margot Wallström, kündigte am Mittwoch eine Änderung der Kommunikationsstrategie an. "Wir wollen unsere Politik den Bürgern besser erklären", sagte Wallström. So sollen zum Beispiel Richtlinien und Verordnungen in Alltagssprache zusammengefasst werden, sodass sie besser verständlich seien.

Außerdem soll der gefürchtete "Eurospeak" vermieden werden. Darunter ist die von Vertretern der EU-Institutionen gepflegte Sprache zu verstehen, die EU-spezifische Abkürzungen verwendet. Mit besseren Internetseiten und der Einrichtung von Infotelefonen will die EU-Kommission vor allem junge Menschen ansprechen. Weiters will Wallström ihre Kollegen dazu bringen, mehr Präsenz in den einzelnen Mitgliedstaaten zu zeigen, da die Kommissare "das öffentliche Gesicht der EU" seien.

Bisher gibt die EU jährlich mehr als 180 Millionen Euro für die Öffentlichkeitsarbeit aus. Auch die Ausgaben für die interne Kommunikation haben sich erhöht. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, wurden nach der EU-Erweiterung 400 neue Dolmetscher eingestellt. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2005)

Von Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel
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