Musik als Profanvergnügen

28. Juli 2005, 21:14
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Konrad O. Bernheimer handelt "Music & Art" von der Gotik bis zur Gegenwart ab. Zu sehen ist u. a. ein Gemäldepaar von Johann Georg Platzer

München - Passend zur Festspielzeit zeigt Konrad O. Bernheimer in seinen Münchner Räumen (Brienner Straße 7) eine Verkaufsausstellung zum Thema "Music & Art". Zu sehen sind Manuskripte von der Gotik bis zum Barock, Gemälde des 17. bis 19. Jahrhunderts und zeitgenössischen Fotografien. Die kunsthistorische Lustfahrt beginnt mit Stundenbüchern des 13. Jahrhunderts, wofür Kooperationspartner Heribert Tenschert verantwortlich zeichnet.

Seit Juni unterhält der Antiquariatsspezialist, bisher im schweizerischen Ramsen und in Rotthalsmünster beheimatet, in den Bernheimer'schen Geschäftsräumen eine Repräsentanz. Zu den mitgebrachten Kostbarkeiten zählen ein Psalter-Stundenbuch, Arras (um 1280), das den Übergang vom Psalterium zum Stundenbuch markiert. Die illuminierte Pergament-Handschrift umfasst 20 Zierseiten mit Bildinitialen, zeigt ausschwingendes Rankenwerk sowie musizierende Grotesken und Gestalten des höfischen Lebens.

Im Bereich Gemälde stehen Werke französischer, italienischer, österreichischer und niederländischer Alter Meister im Angebot. Zu den Höhepunkten zählt dabei ein Gemäldepaar des österreichischen Rokoko-Malers Johann Georg Platzer (1704-1761). Damals, im 18. Jahrhundert, war das Musizieren ein wesentlicher Bestandteil festlicher profaner Vergnüglichkeiten. Das um 1740/50 zu datierende Bilderpaar ist mit 485.000 Euro veranschlagt. Die Kategorie Zeichnungen ist u. a. mit der Kreidezeichnung eines Viola spielenden Engels (68.000 Euro) von Andrea Lilio (1570-1631) repräsentiert. Eine Auswahl von Fotografien (1980 Euro) des auf Einblicke in internationale Konzertsäle spezialisierten, 1997 verstorbenen Werner Neumeister spannt den Bogen bis in die Gegenwart. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.07.2005)

Von Olga Kronsteiner
  •    Profane Vergnüglich-keiten einer eleganten Gesellschaft, bei der das Musizieren fest(lich)er Bestandteil war: Das Gemäldepaar von Johann Georg Platzer kostet 485.000 Euro.
    foto: bernheimer

    Profane Vergnüglich-keiten einer eleganten Gesellschaft, bei der das Musizieren fest(lich)er Bestandteil war: Das Gemäldepaar von Johann Georg Platzer kostet 485.000 Euro.

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