Ohne Noten, mit Psychologie: Al Jarreau

20. Juli 2005, 19:48
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Höhenflüge des Jazzgesangs bringt Al Jarreau mit George Benson am Donnerstag auf Burg Clam

Er hat niemals Gesangsunterricht erhalten und kann bis heute keine Noten lesen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat Al Jarreau dem Jazzgesang in den 1970er-Jahren neue Dimensionen erschlossen, ihm - man könnte sagen: unbeschwert von akademischem Bildungsballast - bislang ungeahnte Höhenflüge in Sachen "instrumentaler" Stimm-Virtuosität beschert. "We Got By" hieß das 1975 eingespielte, noch heute überzeugende Debüt; seine fulminanten Scat-Versionen von Hits von "Spain" und "Take Five" brachten dem studierten Psychologen schnelle Popularität.

Noch heute besitzt seine kehlige Stimme viel Charisma, auch wenn sie zuletzt eher in Pop- und R&B-Gefilden zu hören war und viele Fans über diese Art der singenden Pensionsvorsorge murrten. Erst 2004 kehrte Jarreau mit "Accentuate The Positive" (Universal) wieder zum Jazz zurück. Den Abend auf der Burg Clam teilt sich der 65-Jährige aus Milwaukee in einem Doppelkonzert mit einem anderen, sich nach kommerziellen Erfolgen im Disco-Funk- und Smooth-Jazz-Bereich zuletzt wieder seiner Jazz-Wurzeln besinnenden Superstar: Gitarrist und Sänger George Benson. (felb/DER STANDARD, Printausgabe, 21.07.2005)

21. 7., 19 Uhr
Burg Clam
4352 Klam
Sperken 4
07269/72 17
  • Artikelbild
    foto: epa/rodriguez
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