Außenminister schließt Hisbollah-Entwaffnung aus

28. Juli 2005, 12:09
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Salloukh: Vorrang für die nationalen Interessen

Beirut - Der neue libanesische Außenminister Faouzi Salloukh hat die vom UNO-Sicherheitsrat geforderte Entwaffnung der schiitischen Hisbollah-Miliz ausgeschlossen. Es komme nicht in Frage, "den antiisraelischen Widerstand zu entwaffnen", betonte der schiitische Politiker nach seiner Amtsübernahme am Mittwoch gegenüber der Beiruter Zeitung "As-Safir". Der Libanon sei ein "unabhängiger und souveräner Staat", für den im Umgang mit der Resolution 1559 des Weltsicherheitsrates die nationalen Interessen entscheidend seien, fügte er hinzu.

Die offizielle Position Beiruts zu der UN-Resolution werde in der bevorstehenden Regierungserklärung definiert, kündigte Salloukh an. Die christliche Presse begrüßte unterdessen die Berufung des Schiiten an die Spitze des Außenministeriums; die Tageszeitung "L'Orient-le Jour" schrieb, es stehe den libanesischen Muslimen "und nur ihnen" zu, das Problem der notwendigen "Mutation" der Hisbollah einer Lösung zuzuführen.

Ministerpräsident Fouad Siniora nannte den Eintritt der Hisbollah in seine Regierung eine wertvolle Bereicherung, "denn diese Partei hat eine breite Basis in der Bevölkerung". "Es ist gut, dass sie vertreten ist, weil sie ein integrierender Bestandteil der libanesischen Nation ist", unterstrich der Premier vor der Presse. (APA/AFP)

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