Sechs Kandidaten für OECD-Chefposten

31. Juli 2005, 17:31
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Polens Premier Belka und mexikanischer Ex-Finanzminister Gurria im Rennen - Mandat von Generalsekretär Johnston läuft im Mai 2006 aus

Paris - Um den Chefposten bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich sechs Kandidaten beworben. Wie die Organisation am Mittwoch in Paris mitteilte, gehen aus Europa Polens Ministerpräsident Marek Belka sowie der frühere französische Präsidentschaftskandidat Alain Madelin ins Rennen.

Aus Mexiko bewirbt sich der frühere Finanz- und Außenminister Angel Gurria. Aus Asien kommen der koreanische Wirtschaftswissenschafter Han Seung-soo, die japanische Akademikerin Sawako Takeuchi und aus dem Pazifikraum der australische Leiter der australisch-neuseeländischen Verwaltungshochschule ANZSOG, Allan Fels.

An der Spitze der OECD steht seit 1996 der Kanadier Donald Johnston. Der OECD-Generalsekretär will für keine weitere Amtszeit kandidieren. Sein Mandat läuft im Mai 2006 aus.

Entscheidung bis 1. Dezember

Die Kandidaten für den Posten des OECD-Generalsekretärs sollten bei einem Treffen der Vertreter der 30 OECD-Staaten im Oktober Gelegenheit bekommen, für sich zu werben, erklärte die Organisation. Eine Entscheidung über die Johnston-Nachfolge solle dann bis zum 1. Dezember fallen.

Die Kandidatur des 53-jährigen Wirtschaftswissenschafters Marek Belka war schon vergangene Woche bekannt geworden. Er gilt in Polen als amtsmüde. Im Mai hatte der Regierungschef wegen fehlender Unterstützung seiner Koalition seinen Rücktritt eingereicht. Er wurde jedoch von Präsident Aleksander Kwasniewski dazu gebracht, noch bis zu den Parlamentswahlen im Herbst auf dem Posten zu bleiben.

Eine Überraschung ist die Kandidatur von Alain Madelin. Der 59-jährige französische Politiker der bürgerlichen Regierungspartei UMP hatte in seiner langen Karriere auch mehrere Ministerämter inne. Der für einen radikal marktwirtschaftlichen Kurs stehende Rechtsliberale versuchte sich erfolglos 2002 als Präsidentschaftskandidat.

Reduziertes Führungsteam

Der 1936 geborene OECD-Generalsekretär Johnston hatte in seiner Rückzugserklärung im Jänner unter anderem eine Verringerung der Stellvertreterposten von vier auf zwei gefordert, um eine "kopflastige und teure Management-Struktur" bei der OECD zu beseitigen.

Die dann noch insgesamt dreiköpfige OECD-Spitze (ein Generalsekretär und zwei Vize) solle aus je einem Vertreter der Regionen Asien-Pazifik, Amerika und Europa bestehen. Dieser Vorschlag wurde bisher nicht aufgegriffen. Stellvertreter sind zur Zeit Herwig Schlögl (Deutschland), Berglind Asgeirsdottir (Island), Richard Hecklinger (USA) und Kiyotaka Akasaka (Japan). (APA)

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