"König der Bankräuber" muss zwölf Jahre ins Gefängnis

22. Juli 2005, 13:47
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Deutscher Serientäter hat nach Richterin "kaum Unrechtsbewusstsein"

Düsseldorf - Unrechtsbewusstsein habe er kaum, sagte Richterin Monika Berger über den in Deutschland als "König der Bankräuber" bekannt gewordenen Serientäter Jan Zocha. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den 38-Jährigen zu zwölf Jahren Gefängnis und ordnete eine anschließende Sicherungsverwahrung an.

Er habe einen Hang zu Banküberfällen und lasse vermuten, dass er auch scharfe Waffen einsetzen würde, sagte die Richterin über Zocha. Mit der Sicherungsverwahrung wird der 38-Jährige vielleicht nie mehr frei kommen.

Der Bankräuber hatte erst gegen Ende des Prozesses sein Schweigen gebrochen und 14 der ihm zur Last gelegten 20 Banküberfälle in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Krefeld und Mainz gestanden. Insgesamt soll er mindestens 340.000 Euro erbeutet haben.

Bei den bewaffneten Überfällen hatte Zocha stets gelassen und ruhig gehandelt. Einige der Bankkunden hätten "gar nicht mitbekommen", dass er einen Überfall durchführte, sagte Berger. Zocha setzte nach ihren Worten stets nur so viel Gewalt wie nötig ein, um an sein Ziel zu kommen. Mitleid mit seinen Opfern, von denen einige nach den Überfällen in psychotherapeutische Behandlung mussten oder sogar ihren Beruf als Kassierer vorzeitig aufgaben, hatte der einschlägig Vorbestrafte nach Überzeugung des Gerichts nicht.

Zocha stand zeitweilig als "Nummer Eins" auf der Fahndungsliste des deutschen Bundeskriminalamtes. Der Mann war schon als Jugendlicher als Mitglied einer schwer bewaffneten "MP-Bande" an 15 Überfällen auf Banken und Sparkassen beteiligt. (APA)

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