Chefs von Börse-Firmen sollen Einkommen "freiwillig" offenlegen

25. Juli 2005, 11:09
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Kapitalmarktbeauftragte der Bundesregierung, Richard Schenz, kündigt eine entsprechende Selbstverpflichtung der Wirtschaft an

Wien - Vorstandsgehälter bei börsenotierten Unternehmen sind künftig im Geschäftsbericht offen zu legen. Der Kapitalmarktbeauftragte der Bundesregierung, Richard Schenz, hat eine entsprechende Selbstverpflichtung der Wirtschaft angekündigt: "Das ist ein internationaler Trend, dem wir uns nicht entziehen können", so Schenz im Wochenmagazin "News" (Ausgabe von morgen, Donnerstag).

Noch im Sommer soll die Transparenz-Offensive vom Arbeitskreis für Corporate Governance beschlossen werden, Gültigkeit hat die Richtlinie ab nächstem Jahr.

Bisher freiwillig

Bisher steht es den börsenotierten Unternehmen gänzlich frei, ob sie die Gagen ihrer Vorstände im Geschäftsbericht aufschlüsseln oder nicht. Künftig müssen die Unternehmen exakt erklären, wenn sie es nicht tun. Schenz: "Sicher werden es einige Vorstände als unangenehm empfinden. Ich glaube aber dass es die meisten machen werden, wenn auch teilweise zähneknirschend." Sanktionen bei einer Nichtveröffentlichung sind nicht vorgesehen. Aber "die Investoren werden sich im Falle einer Nichtveröffentlichung ihren Teil denken und das zu interpretieren wissen", so Schenz.

Keine gesetzliche Verpflichtung

Anders als in Deutschland soll in Österreich keine gesetzliche Veröffentlichungspflicht kommen. Arbeiterkammer-Chef Herbert Tumpel fordert zwar ein diesbezügliches Gesetz, sowohl Schenz als auch Justizministerin Karin Miklautsch (B) sehen aber keinen Handelsbedarf in diese Richtung. "Man muss aufpassen, der Wirtschaft keine unnötigen Prügel zwischen die Beine zu werfen", wird Miklautsch in "News" zitiert.

Als Spitzenreiter im "Bosse-Gagen-Strip" nennt das Magazin Erste Bank-Boss Andreas Treichl mit einer Jahresgage von 4,5 Mio. Euro (inkl. Bonuszahlungen), Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer (1,23 Mio. Euro) sowie RHI-General Helmut Draxler (rund 1,2 Mio. Euro). (APA)

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