Regierung weist Studie zu zivilen Opfern zurück

23. Juli 2005, 14:15
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Terrorismus als "Wurzel allen Leidens" bezeichnet - "Jeder weiß", das die US-geführten Streitkräfte derzeit noch gebraucht würden

Bagdad - Die irakische Regierung hat eine Studie britischer Wissenschafter vehement zurückgewiesen, wonach die US-geführten Koalitionstruppen im Irak für eine größere Zahl der zivilen Todesopfer verantwortlich sind als die Aufständischen. Es sei ein Irrtum anzunehmen, dass durch "die Geißel des Terrorismus" weniger Zivilisten umgekommen seien als durch die multinationalen Streitkräfte, erklärte die Regierung am Mittwoch in einer Stellungnahme.

Zielscheibe der Terroriste

Die jüngsten Beispiele zeigten vielmehr, dass die ausländischen Truppen versuchten, zivile Opfer zu vermeiden. Zielscheibe der Terroristen sei hingegen vor allem die Zivilbevölkerung, da "sie so viele wie möglich töten wollen". "Wurzel allen Leidens im Irak" seien der von der gestürzten Regierung vererbte Terrorismus sowie fundamentalistische Ideologien, heißt es in der Erklärung weiter. "Jeder weiß", das die US-geführten Streitkräfte derzeit noch gebraucht würden. Doch seien sie bereit abzuziehen, wenn es die Iraker selbst für richtig hielten.

Britische Studie

Laut der am Dienstag veröffentlichten Studie von britischen Forschern der Oxford Research Group und Iraq Body Count starben seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 fast 25.000 Zivilisten eines gewaltsamen Todes. Knapp ein Drittel davon wurden durch Soldaten der US-geführten Koalition getötet; neun Prozent kamen bei Anschlägen von Aufständischen gegen Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter ums Leben, weitere elf Prozent bei Anschlägen, deren Hintergrund unklar ist. Der größte Teil der Toten, rund 39 Prozent, geht aber auf das Konto krimineller Gewalt. Die Autoren weisen jedoch auch darauf hin, dass die meisten zivilen Opfer der Koalitionstruppen in den ersten sechs Wochen nach dem Einmarsch in den Irak getötet wurden. (APA)

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