Deutsche Tageszeitungen verlieren Leser

29. Juli 2005, 13:12
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Verluste für Spitzenreiter "Bild" - Überregionale Blätter können gegen den Trend zulegen

Der schleichende Leserschwund bei den deutschen Tageszeitungen hält an. Wie aus der am Mittwoch in Frankfurt vorgelegten Media-Analyse hervorgeht, erreichen die Blätter 48,54 Millionen Menschen. Vor einem Jahr waren es noch 49 Millionen. Gegen den Trend haben viele überregionale Zeitungen ihre Reichweite vergrößert. Die Leserschaft der Zeitschriften hat sich laut Untersuchung mit 60,61 Millionen (Vorjahr: 61 Millionen) ebenfalls leicht verringert.

"Bild" verlor 450.000 Leser

Meist gelesene Tageszeitung ist weiter "Bild" mit 11,82 Millionen; das Blatt verlor jedoch im Jahresvergleich 450.000 Leser. Bei den überregionalen Abo-Zeitungen liegt die "Süddeutsche Zeitung" mit einer täglichen Reichweite von 1,16 Millionen (plus 10.000) vorn. Dahinter folgt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (950.000), die 50.000 Leser gewann. Neben der "Welt" (610.000, plus 20.000) konnte auch die "Financial Times Deutschland" (270.000, plus 30.000) zulegen. Leser-Verluste verzeichneten dagegen das "Handelsblatt" (500.000, minus 10.000) und die "Frankfurter Rundschau" (360.000, minus 20.000).

Bei den aktuellen Zeitschriften, deren Reichweite anders als bei den Zeitungen zwei Mal jährlich in der Media-Analyse untersucht wird, ist "Bild am Sonntag" mit 10,9 Millionen weiter an der Spitze. Das Blatt verlor jedoch 320.000 Leser im Vergleich zum Jänner dieses Jahres. Die "Bunte" (4,34 Millionen) verlor 70.000 Leser, bei der "Neuen Revue" (2,13 Millionen) waren es 130.000 weniger, "Gala" (2,06 Millionen) gewann dagegen 90.000 hinzu. Der deutsche Playboy blieb mit 820.000 Lesern (1,3 Prozent Reichweite) Deutschlands erfolgreichstes Männermagazin, wie es in einer Aussendung hieß.

"Stern" verliert, "Focus" und "Spiegel" bauen Leserschaft aus

Unter den drei großen aktuellen Wochenmagazinen büßte der "Stern" 170.000 Leser ein, bleibt jedoch mit einer Reichweite von 7,84 Millionen Menschen vorn. Dahinter kommt "Focus" mit 6,03 Millionen, das 160.000 Leser gewann. Mit 5,96 Millionen (plus 270.000) baute "Der Spiegel" seine Leserschaft ebenfalls aus. Bei den Wochenzeitungen hat die "Welt am Sonntag" auf 1,16 Millionen Leser (plus 100.000) zugelegt. "Die Zeit" gewann 200.000 Leser und liegt jetzt bei 1,43 Millionen.

Für die aktuelle Media-Analyse wurden im Auftrag von Medien und Werbewirtschaft fast 40.000 Menschen ab 14 Jahren im vergangenen Jahr und heuer nach ihrer bevorzugten Zeitschriften-Lektüre befragt. Rund 170 Zeitschriften und Wochenzeitungen standen zur Auswahl. Die Reichweite der deutschen Tageszeitungen wurde mit Hilfe von fast 140.000 Interviews ermittelt. (APA)

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