Ein Dachrestaurant ohne Sicht auf Wien

14. November 2005, 10:42
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Domenig präsentierte die Ronacher-Pläne - Den Zeitplan des Umbaus einzuhalten ist "ein sehr sportliches Unterfangen"

Wien - Günther Domenig posierte mit weißer Mähne für die Kameras und ätzte über Speichellecker. Die Arbeit aber machen seine Kollegen von der Consult ZT GmbH in Graz: Der preisgekrönte Entwurf für die Funktionssanierung Ronacher ist wohl eher ein Werk von Hermann Eisenköck und Gerhard Wallner.

Am Dienstag präsentierten sie ihre Pläne im Rahmen einer Ronacher-Begehung: Der Baukörper soll, wie berichtet, innerhalb der Kubatur bis zum Brand 1884 aufgestockt werden; ein Okay des Denkmalamtes steht noch aus. Der Kubus am Dach wird aus Glas sein: "Ein ruhiger, Abschluss der bewegten Fassade", sagt Eisenköck. Doch vom künftigen Dachrestaurant darf man sich nicht viel erwarten: Man sieht bloß die anderen Dachausbauten. "Drei Meter höher wäre ideal", sagt Eisenköck.

Marie Ringler, Kultursprecherin der Grünen, will nicht glauben, dass all die Vorhaben (Ballettsaal, Studiobühne, Orchesterprobensaal, Bühnentechnik, Anlieferung, Tribüne etc.) tatsächlich um 34,1 Millionen Euro bzw. 46,8 Millionen inklusive Kreditzinsen realisierbar seien: Defizite in der Planung (Brandschutz, Klimaanlage) könnten zu einer Kostenexplosion führen.

Doch Hermann Eisenköck widerspricht auf Nachfrage des STANDARD. Auch der Kostenansatz für die Bühnentechnik (rund sieben Millionen Euro) sei durchaus realistisch. Er gesteht aber ein: "Das Budget ist sehr, sehr schlank. Überraschungen dürfen wir keine erleben." Ringlers Sorge, dass der ehrgeizige Eröffnungstermin (26. Oktober 2007) kaum zu halten sei, kann Eisenköck nicht wirklich zerstreuen: "Es ist ein sehr sportliches Unterfangen, das sage ich ganz offen." (DER STANDARD, Printausgabe, 20.07.2005)

Von Thomas Trenkler
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    Günther Domenig posierte mit weißer Mähne für die Kameras

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