Fritz Dinkhauser ortet "Feinde" des Arbeitsmarktes

31. Juli 2005, 18:18
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Tirols AK-Präsident bezeichnet deutsche Arbeiter als billiges, williges Tourismus-Personal und "Feinde des heimischen Arbeitsmarktes"

Innsbruck - Für großes Aufsehen sorgte Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser (ÖVP) mit einer Aussage im Fernsehen. Er nannte Medienberichten vom Dienstag zufolge Arbeiter aus Deutschland "Feinde" des heimischen Arbeitsmarktes. Als "Elefant im Porzellanladen" bezeichnete Wirtschaftsbund-LAbg. Anneliese Junker (ÖVP) den AK-Präsidenten.

Aus der angespannten deutschen Arbeitsmarktsituation resultiere, "dass Deutsche in Tirol alles nehmen und die Hoteliers zu billigen und willigen Leuten kommen, was den Einheimischen Jobs kostet", wurde Dinkhauser in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert. Der Tourismus suche bevorzugt einheimisches Personal, finde aber nicht genug, entgegnete der Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer.

Die deutschen Nachbarn in einer schwachen Sommersaison vor dem Hintergrund eines "beinharten globalen Konkurrenzkampfes im Tourismus" in Zusammenhang mit dem Wort "Feind" zu bringen, zeuge sowohl von politischer und wirtschaftlicher Instinktlosigkeit, erklärte Junker.

Stammtisch-Populismus

Als "Stammtisch-Populismus aus der untersten Schublade" bezeichnete LHStv. Hannes Gschwentner (SPÖ) das Vorgehen des AK-Präsidenten. "Mit diesem unnötigen Rülpser teilt Dinkhauser den deutschen Saisonniers mit, dass sie bei uns unerwünscht sind". Gleichzeitig sage er "unseren Nachbarn, dass er sie bloß als touristische Melkkühe haben will", hieß es in einer Aussendung. Solche Aussagen seien nicht nur "menschenverachtend, sondern in der seit Jahren schwierigen Situation des Tiroler Sommertourismus völlig kontraproduktiv". Gschwentner forderte Dinkhauser dazu auf, die "internationalen Arbeitsplätze in der heimischen Freizeitwirtschaft so attraktiv zu gestalten, dass sie nicht nur für EU-Bürger sondern auch für Einheimische wieder interessant sind".

Dinkhauser gieße "in einer der schlechtesten Sommersaisonen seit Jahren Öl ins Feuer", lautete die Kritik der FPÖ. Die Aussage des AK-Präsidenten sei "schlicht und einfach schädlich für die gesamte Tourismusbranche". (APA)

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