Nicaragua: Ex-Staatschef Ortega will wieder an die Spitze

28. Juli 2005, 10:51
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Rede vor 40.000 Anhängern - Bezichtigt die USA der Einmischung - Neuerliche Kandidatur innerhalb der Partei umstritten

Managua - Der frühere nicaraguanische Präsident und historische Führer der Sandinisten (FSLN), Daniel Ortega, hat seinen Anspruch auf eine Rückkehr in das Präsidentenamt bekräftigt. In den vergangenen 15 Jahren hätten die Rechtsregierungen des Landes alles getan, um die "Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen", sagte der Ex-Guerillero am Dienstag (Ortszeit) vor rund 40.000 Anhängern in der Hauptstadt Managua. Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr werde das Volk daher wieder die Sandinisten an die Macht bringen.

"Sozialer Terrorismus"

Als seine Partei Frente Sandinista de Liberacion Nacional (FSLN) 1990 abgetreten sei, sei Nicaragua auf Platz 60 des UN-Entwicklungsindexes gewesen. Die nachfolgenden Rechtsregierungen hätten mit ihrem "wirtschaftlichen und sozialen Terrorismus" jedoch dafür gesorgt, dass das Land auf Platz 116 abgerutscht sei und nun neben Haiti rangiere. Die USA beschuldigte Ortega, sich bei den zurückliegenden Präsidentschaftswahlen zugunsten der rechten Kandidaten eingemischt zu haben.

Kandidatur intern umstritten

Ortega war einer der Anführer der sandinistischen Revolution, die am 19. Juli 1979 den Diktator Anastasio Somoza Debayle stürzte und weltweit im linken Spektrum Sympathien und Solidaritätsbewegungen hervorrief. Nach Jahren des von den USA mit Hilfe der Contras angestachelten Bürgerkriegs und eigenen Fehlern in der Regierungsführung verloren die Sandinisten 1990 die Macht. Innerhalb der FSLN ist die neuerliche Kandidatur des als autoritär geltenden 59-Jährigen umstritten, der bereits 1996 und 2001 erfolglos kandidierte. An ihm haften auch die Vorwürfe seiner Stieftochter wegen sexuellen Missbrauchs. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. (APA)

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    Daniel Ortega, einer der Anführer der sandinistischen Revolution 1979, will wieder an die 1990 verlorene Macht.

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