Uruguay: Brief erreicht einstige politische Gefangene nach 23 Jahren

28. Juli 2005, 10:51
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Montevideo bringt seine Archive in Ordnung

Montevideo - Nach 23 Jahren haben die Behörden in Uruguay der einstigen politischen Gefangenen Mabel La Madrid einen Brief zugestellt. Außenminister Reinaldo Gargano überreichte der Gewerkschafterin am Dienstag (Ortszeit) in Montevideo eine Postsendung mit einem Taschentuch aus der Schweiz, das unter der Militärdiktatur (1973-1985) als verdächtig beschlagnahmt worden war.

"Man musste 20 Jahre und vier Regierungen abwarten, damit das geschieht", sagte Mabel La Madrid bei der Entgegennahme ihrer Post. "Das zeigt, dass sich etwas geändert hat."

Die Gewerkschafterin hatte unter den Militärs im Gefängnis gesessen. Im November trat der Sozialist Tabaré Vázquez das Präsidentenamt an; erstmals in der Geschichte des südamerikanischen Landes steht damit ein Linkspolitiker an der Staatsspitze. Die Regierung setzte im Frühjahr eine Kommission ein, welche die Archive aus der Junta-Zeit durchforsten und in Ordnung bringen soll. (APA)

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