Chevron gewinnt Bieterschlacht gegen chinesische CNOOC

28. Juli 2005, 14:35
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In Bieterschlacht um US-Ölkonzern Unocal hat Unocal-Unternehmensspitze ein erhöhtes Angebot des US-Konkurrenten Chevron akzeptiert

San Francisco - In der Bieterschlacht um den US-Ölkonzern Unocal hat die Unocal-Unternehmensspitze ein erhöhtes Angebot des US-Konkurrenten Chevron akzeptiert. Chevron habe seine Offerte auf 17,1 Mrd. Dollar (14,3 Mrd. Euro) nachgebessert, erklärten beide Unternehmen am Mittwoch in San Francisco. Das liegt zwar immer noch unter dem Angebot des chinesischen Mitbieters CNOOC, der 18,5 Mrd. Dollar geboten hatte, Unocal will die Chevron-Offerte aber nach eigenen Angaben annehmen. Dem Deal müssen noch die Unocal-Aktionäre zustimmen.

Das neue Chevron-Angebot bewertet Unocal mit 63,01 Dollar je Aktie. Die Zahlung soll zu 40 Prozent aus Bargeld und zu 60 Prozent aus Aktien bestehen. Zu dem Zweck will Chevron 168 Millionen Aktien ausgeben und 7,5 Milliarden Dollar in bar zahlen. Chevron hatte sich ein Bietergefecht mit der China National Offshore Oil Co. Ltd geliefert. US-Politiker hatten eine Übernahme von Unocal durch den chinesischen Konzern aus Sorge um die nationale Sicherheit abgelehnt.

Der Deal in Zahlen

Die Unocal-Aktionäre werden am zehnten August auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den Kauf durch Chevron abstimmen. Die neue Chevron-Offerte läuft auf über 17 Mrd. Dollar (14,2 Mrd. Euro) hinaus gegenüber ursprünglich 61 Dollar je Unocal-Aktie oder etwa 16,5 Milliarden Dollar. Die Unocal-Aktien hatten am Dienstag mit 64,99 Dollar notiert. Dies werteten Branchenkenner als klaren Hinweis, dass das ursprüngliche Chevron-Angebot von der Wall Street als zu niedrig angesehen wurde.

Chevron will 40 Prozent des neuen Angebots in bar zahlen und 60 Prozent in Form eigener Aktien, gaben die beiden Unternehmen bekannt. Chevron werde zu diesem Zweck 168 Millionen eigene Aktien begeben und rund 7,5 Milliarden Dollar in bar zahlen.

Der staatlich kontrollierte chinesische Mineralölkonzern China National Offshore Oil Corp. hatte über seine Tochterfirma CNOOC 18,5 Mrd. Dollar in bar für Unocal geboten. CNOOC ist vor allem an den großen Öl- und Erdgasreserven der neuntgrößten US-Ölgesellschaft in Asien interessiert.

Opposition im Kongress

Im amerikanischen Kongress gibt es jedoch aus sicherheitspolitischen Gründen eine starke Opposition gegen das CNOOC-Kaufangebot. Mehrere Politiker forderten eine Überprüfung durch die US-Regierung und machten sich gegen den Unocal-Verkauf an CNOOC stark. Bisher hat sich CNOOC noch nicht geäußert, ob das Unternehmen seine eigene Offerte weiter aufstocken will oder nicht. Chevron hat bereits grünes Licht von den amerikanischen Aufsichtsbehörden für den Kauf erhalten. Die CNOOC-Offerte müsste sich noch intensiven Prüfungen unterziehen. (APA)

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