UNO verdreifacht Nahrungshilfe für Niger

25. Juli 2005, 11:34
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Frankreich startete Luftbrücke mit Hilfslieferungen

Rom/Bonn - Zur Linderung der Hungersnot in Niger hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Lebensmittelhilfe für das westafrikanische Land verdreifacht. Derzeit biete die Organisation Nothilfe für rund 1,2 Millionen Menschen, die von der Dürre besonders betroffen sind, teilte das WFP am Freitag in Rom mit.

Am Donnerstag habe zudem die französische Hilfsorganisation Reunir eine Luftbrücke zur Stadt Maradi am Rande der Südsahara eingerichtet und von Marseille aus 16 Tonnen Öl, Zucker und die nahrhafte Erdnusspaste in die Region geliefert. Ein weiteres Flugzeug werde mit Unterstützung der französischen Regierung am Wochenende weitere 40 Tonnen Hirse und 28 Tonnen Öl nach Maradi fliegen.

"Wirklich verzweifelt"

"Die Menschen sind wirklich verzweifelt. Wir müssen so viel Ernährungshilfe wie möglich bieten, um die schrecklichen Szenen, in denen Kinder langsam vor den Augen ihrer Eltern sterben, zu stoppen", sagte der für Niger zuständige WFP-Mitarbeiter Gian Carlo Cirri. Mindestens 2,5 Millionen Menschen in Niger bräuchten dringend Nahrungshilfe, errechnete das WFP.

Die Deutsche Welthungerhilfe kündigte unterdessen an, zusammen mit ihrer irischen Partnerorganisation Concern Worldwide in Niger in den kommenden sechs Monaten insgesamt 140.000 Notleidende zu versorgen, darunter 15.000 bis 20.000 Kinder. Die Organisationen seien in der Provinz Tahoua im Nordwesten Nigers tätig, die zu den am stärksten von der Hungersnot betroffenen Provinzen gehöre, teilte die Welthungerhilfe in Bonn mit.

"Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit", erklärte Welthungerhilfe- Sprecherin Marion Aberle. "Etwa 400 Menschen sterben allein im Nordwesten am Tag an den Folgen der Unterernährung, die meisten davon Kinder. Wenn wir schnell handeln, können wir noch Schlimmeres verhindern." Neben der Dürre hatte eine Heuschreckenplage im vergangenen Jahr zu dem Nahrungsmittelmangel geführt. Die nächste Ernte wird erst im Oktober erwartet. (APA/dpa)

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    Ein unterernährtes Kind im Süden Nigers

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