Salzburger Heimpremiere
mit Fanfaren und Hindernissen

Redaktion, 20. Juli 2005, 21:25
  • Die Stehplätze wurden kurzerhand halbiert, das Spiel gegen Mattersburg ist bereits ausverkauft.
    foto: violett-weiss.at

    Die Stehplätze wurden kurzerhand halbiert, das Spiel gegen Mattersburg ist bereits ausverkauft.

Während das Spektakel am Randes des Spieles gegen Matterburg alle Dimensionen sprengen soll, fordern viele Fans weiter Violett zurück

Wien - Red Bull Salzburg spielt ab sofort in einer Liga mit Bayern München, Real Madrid, und Manchester United. Ein sportliches Wunder in punkto filigraner Ballbehandlung ist freilich nicht eingetreten, es wurde lediglich ein Vertrag mit Porsche Austria abgeschlossen - die Unterschrift garantiert dem Verein vierzig edle Audi-Karossen. Um in der hochglänzenden Salzburger Fußballwelt optisch nicht aus dem Rahmen zu fallen, kleiden sich die Spieler künftig mit feinstem Zwirn von Hugo Boss, und zwar bei allen offiziellen Anlässen, Spiele und Training wahrscheinlich ausgenommen. Auch hier befindet man sich in bester Gesellschaft: Chelsea, Barcelona und die Bayern werden ebenfalls von dem Modehersteller ausgestattet.

Für das Wohl der Spieler ist in Salzburg also gesorgt, und auch dem Zuschauer soll in Wals-Siezenheim eine Show im großen Stil geboten werden: der Entertainment-Faktor im Stadion wurde um etliche Flachbildschirme, riesige Vidi-Walls und gesprayte Bullenköpfe erweitert. Bei der Heim-Premiere am Mittwoch gegen Mattersburg fliegt zudem Felix Baumgartner per Fallschirm ein. Vereinsmanager Kurt Wiebach übt ob dieser Neuheiten keine Zurückhaltung: "Was am Mittwoch passiert, sprengt alle Dimensionen, das wird ein absolutes Highlight, das hat man im österreichischen Fußball noch nicht gesehen.“

Letzteres könnte auch auf die Unterstützung der Heimelf zutreffen: Die Fan-Initative Violett-Weiß kämpft weiter um die ehemaligen Klubfarben und ruft zu einem kompletten Support-Verzicht auf. Während man die Auswärts-Dressen mit viel Phantasie, einer Augenschwäche und zwei Krügerln im Blut noch als violett bezeichnen könnte, brechen die rot-weißen Heim-Dressen vollkommen mit der Tradition. Für Aufregung sorgte obendrein Trainer Kurt Jara, der den Fans zuletzt die Gründung eines eigenen, violett-weißen Vereins empfahl. Der Tiroler hatte sich schon in Kaiserslautern wenig Freunde unter den Anhängern gemacht. Eine weitere Neuheit in Wals-Siezenheim dürfte die Gemüter ebenfalls nicht beruhigen: Die Stehtribüne wurde quasi über Nacht zur Hälfte mit Sitzen ausgestattet.

Das Sportliche gerät ob dieser Mischung aus Glanz, Glamour und Protest beinahe in den Hintergrund, gespielt werden muss aber dennoch. "Wir müssen ab der ersten Partie zeigen, dass wir eine Heimmacht sind", fordert Jara von seinem Ensemble. Dem Machtanspruch könnte auch der neue Kunstrasen, der schnelle "FIFA Two Star" entgegenkommen. Berater Franz Beckenbauer fand den neuen Untergrund so gut, dass er zwei Tage nach der Verlegung eine Delegation der Bayern nach Salzburg gelotst hat. Mit Erfolg, auf dem Trainingsgelände in München wird in Bälde der selbe Boden bespielt.

Die Mattersburger wollen sich vom Theater um Red Bull nicht zu Statisten degradieren lassen. "Wir dürfen nicht blauäugig sein. Sie sind die Topfavoriten, haben alles, was man sich wünschen kann", erklärte SVM-Coach Franz Lederer. Einen Punkt fände der Trainer auf jeden Fall toll. (Philip Bauer)

  • RED BULL SALZBURG - SV MATTERSBURG (Stadion Wals-Siezenheim, 19:30 Uhr, SR Plautz). Saison-Ergebnisse 2004/05: 3:5 (a), 2:0 (h), 1:2 (h), 0:2 (a)

    Salzburg: Arzberger - Pichorner/Winklhofer, Knavs, von Schwedler, Miranda - Schopp, Kirchler, Carboni, Jezek - Mayrleb/Zickler, Lokvenc Ersatz: Grünwald - Pöllhuber, M. Suazo, Mair, Scharrer, Janko, Ch. Jank Es fehlen: Manninger (Handgelenksverletzung), Linke (Schulterverletzung)

    Mattersburg: Borenitsch - Ratajczyk - Mravac, Patocka - Kaintz, Kühbauer, Schmidt, Fuchs, Mörz - Hanikel, Th. Wagner Ersatz: Böcskör - Leidl, Lang, C. Ivanschitz, E. Kulovits, Bürger, Kausich, Naumoski, Pauschenwein, Mössner Es fehlen: R. Wagner (rekonvaleszent)

  • Kommentar posten
    Posting 1 bis 25 von 130
    1 2 3 4
    Für mich sind es lediglich Krawallmacher

    und brutale Schläger, diese ach so traditionsbewussten Ultra-Fans. Vor 2 Jahren wurde ich als völlig unbeteiligter Passant von solchen "Fans" angepöbelt, und dann massiv bedroht, bespuckt und handgreiflich angegriffen. Und solche Personen schimpfen sich Vereinsanhänger. Ich bin froh, dass diese sogenannten Fans aus den Stadien verbannt werden.

    FORZA VIOLA!!!

    Red Bull kann kaufen und ändern, was es will! Für alle wahren Supporter bleibt's auf immer und ewig der

    VIOLETTE SV AUSTRIA SALZBURG

    Eigentlich

    war Szbg nie violett, sondern lilö

    verstehe die Viola Fans !

    bin grosser dinamo Zagreb Anhänger und ich glaube das es hier in Österreich nur wenige Fans gibt die wiesen was es heist einen Verrein zu lieben seine Farben seinen Namen (versuchte Tudjman zu ändern die antwort der BBB war nicht mehr die Spiele zu besuchen und masive Proteste) seine Spieler und das Stadion. VOLIM TE DINAMO !

    Was die Dinamo-Fans damals gemacht verdient allen Respekt. Die Situation bei Salzburg ist aber anders - ein Fernbleiben der (richtigen) Fans ist ja gerade das, was Red Bull erreichen will...

    ist in salzburg anfang august spielpause?

    weil da müssen die schickis doch nach kärnten pilgern, um bein megacoolen beachvolleyballevent gemeinsam mit dem jörgl und seinen freunden he-ho zu gröhlen und große schaumstoffhände zu schwingen.

    gratuliere

    zu diesem unglaublichen dummen statement!

    danke und viel spaß in kärnten.

    Müssen die Salzburger eigentlich noch selber über den Platz laufen,

    oder gibt es da schon ein High-Tech-Innovation?

    Warum sind diese vielen Anhänger nicht schon am Ende der letzten Saison,nach der Red Bull- Übernahme,ins Stadion gekommen?

    nun ist mir klar, warum der Jara in Kaiserslautern keine Freunde hatte: am Betzenberg wird Fankultur noch ganz stark praktiziert, und wenn Jara damit nix anfängt, dann ist er natürlich auch bei den Fans unbeliebt....
    Für den Fussball braucht man Fans, für das Mega-Multi-Merchandising-Event braucht man Konsumenten....

    Soso, ausverkauft also. Der Mensch ist also doch grosso modo nichts anderes als eine Fliege, die zum Licht fliegt. Dort, wo die Musik am lautesten und die Bilder am buntesten, dort kaufe ich ein und dort, wo der Fußball eingestellt wird und die "show" gemacht und ein "event" geboten wird, dort geht man hin.

    Diesen Leuten sei folgendes gesagt:
    Ein Fußballverein begleitet einen ein Leben lang. Das kann man nicht einfach so abstreifen, das ist eine Liebe, eine Beziehung fürs Leben, manchmal näher, manchmal ferner. Frauen kommen gehen, aber der Fußballverein des Herzens, der bleibt einem immer.

    Bis auf die Salzburger Zuschauer, die haben ihr Herz verraten.

    Ich rate dringend einen Arzt zu konsultieren.

    WANN FRAUEN GEHEN

    wenn der ein bestimmter fussballklub zur religion erhoben wird, wenn man betrunken, angespeibt und mit verletzungen von den spielen nach hause kommt, wenn man die sitten vom platz mit ins privatleben mitnimmt und jedem im supermarkt den finger zeigt, weil er ein rapid-fan sein könnte, wenn man sich regelmässig mit dem glasscheibenviertel trifft, um irgendwelche aus der spatzpost entnommene "choreographien" einstudiert, wenn man vor dem fernseher zu schreien beginnt, dass sich die nachbarn aufregen -

    DANN GEHEN FRAUEN, weil sie dieses affentheater nicht interessiert.

    anders ausgedrückt: sie zeigen dir DIE ROTE KARTE, widme dich daher deiner frau/familie, dort gibt es pokal zu gewinnen, einen pokal fürs leben.

    ja ja frauen kommen und gehen...

    ...hast dich schon mal gefragt warum??

    viell. weil du zu viel zeit vor der glotze/im stadion/fanshop verbringst?

    ich mag fussball sehr, aber meine frau ist mir weitaus wichtiger...

    ein selten dummes Statement

    "selten" - nein, "dumm" - ja

    Axel Hofmann hat vollkommen recht, und jeder ernsthafte Fan eine Vereines, egal welchen, ob in Österreich oder woanders sieht das genauso.

    ein "ernsthafter Fan"atiker

    fanatisch= (16. Jh.) aus lat. fanaticus "von einer Gottheit geweihter Ort, z.B. Heiligtum oder Tempel"

    nicht böse sein,

    aber das statement von a h ist mehr als dumm!

    ja und vor allem hat axel hofmann "feverpitch" gelesen...

    für die echten fußballfans ein trauerspiel -
    für die versnobten schicki-micki-salzburger (und da gibt's gar net wenig) genau das richtige

    Man kann nur hoffen, dass

    die nicht auf die Idee kommen, vor dem Spiel die Bundeshymne zu spielen, weil das irgendein Marketing-Fritzi bei der NBA gesehen hat.

    krasser gegensatz

    mattersburg lebt von und für die fans
    salzburg von und für herrn mateschitz

    auf dauer wird sich - so hoffe ich - ersteres durchsetzen

    und für alle, die vereinsfarben für etwas lächerlich nebensächliches erachten: die vereinsfarben sind nur der anfang. den extremfall kann man sich in der norderamerikanischen eishockeymeisterschaft ansehen, wo teams aus kanada in die USA verkauft wurden...

    Wird da Fußball auch gespielt heute?

    nö, da wird 'ne

    megacoole Party gefeiert.

    Kommentar posten
    Posting 1 bis 25 von 130
    1 2 3 4

    Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.