UN-Tribunal: Ex-Paramilitär legt Geständnis ab

21. Juli 2005, 11:56
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Miroslav Bralo wegen Vergewaltigung und Folter an bosnische Moslems angeklagt

Den Haag - Ein ehemaliges Mitglied einer im Bosnien-Krieg gefürchteten kroatischen paramilitärischen Einheit hat vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich öffentlich für seine Verbrechen entschuldigt. "Ich bin schuldig und bereue meine Taten zutiefst", sagte der 37-jährige Miroslav Bralo am Dienstag in Den Haag nach Verlesung der Anklagepunkte.

Bralo war während des Bosnien-Kriegs (1992-1995) Mitglied einer bosnisch-kroatischen Miliz namens "Joker", die gegen bosnische Moslems kämpfte. Er ist in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, unter anderem wegen Mordes und Vergewaltigung.

Strafausmaß wird im Oktober verkündet

Der bosnische Kroate gestand vor dem Tribunal, im Jahr 1993 mehrfach eine bosnische Moslemin im Hauptquartier seiner Einheit vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht zu haben. Zudem gab er zu, im selben Jahr an einem Massaker an 100 moslemischen Zivilisten in dem Dorf Ahmici beteiligt gewesen zu sein. Auch habe er in den Wäldern nahe seines Heimatdorfes drei unbewaffnete Moslems getötet. Am 10. Oktober sollen die Prozessparteien vor dem Tribunal das geforderte Strafmaß verkünden.

Bralo hatte sich im November vorigen Jahres freiwillig dem Haager Gericht gestellt. Vor dem UNO-Tribunal ist er in 21 Punkten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges angeklagt, darunter Vergewaltigung und Folter von Moslems. (APA/AFP)

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    Miroslav Bralo in Den Haag.

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