Verbund für "Stromlösung 05"

31. Juli 2005, 18:13
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Diese Woche wieder Gesprächsrunde - Bartenstein stärkt Verbund-Chef Haider den Rücken

Wien - Das Stichwort heißt "05". Es steht allerdings nicht für den österreichischen Widerstand gegen das Nazi-Regime, sondern für "Null fünf", die neue österreichische Stromlösung. Mit der alten Ösl hat die von Verbund-Chef Hans Haider favorisierte "Stromlösung 05" allerdings nicht mehr viel gemeinsam.

Sie beschränkt sich im Wesentlichen auf Netzoptimierung, also gemeinsame Kraftwerkssteuerung, gemeinsamen Einkauf und eine gemeinsame Handelsgesellschaft, an der Verbund und Ösl-Partner EnergieAllianz (EA) ein Drittel halten. Die EA besteht aus Wien Energie, EVN, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag.

Absage an "alte" Ösl

"Wenn ich EnergieAllianz wäre, würde ich das Angebot Stromlösung 05 annehmen", warb Verbund-Chef Hans Haider bei Vorlage der Halbjahresbilanz am Dienstag. Denn die neue, abgespeckte Variante bringe den EA-Partnern enorme Vorteile. Der alten, von der EU bereits genehmigten und den Landesenergieversorgern gepushten Ösl erteilte Haider einmal mehr eine Absage. Den in Aussicht gestellten Synergien im Volumen von jährlich 15 Mio. Euro stünden hohe Fesseln im Endkundengeschäft gegenüber. "Mit Verlaub, das geht nicht", sagte Haider. "Wir wollen im Ausland frei sein."

Zuvor hatte Hälfte-Eigentümer Wirtschaftsminister Martin Bartenstein dem Verbund den Rücken gestärkt, indem er die von den Landesenergieversorgern scharf kritisierte Rückkehr in das Endkundengeschäft verteidigte: Der Endkundenmarkt "war und ist nicht Gegenstand der Stromlösung", sagte Bartenstein. Daher erwarte er durch die Verbund-Vertriebsaktivitäten auch keine Auswirkungen auf die Ösl-Gespräche in dieser Woche. Den Vorwurf, der Verbund könne billigeren Strom anbieten als die Landesenergieversorger, pariert Haider: Allianz und Verbund-Vertriebstochter würden zu gleichen Preisen beliefert. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7.2005)

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