Wien: Zuwächse nach dem "Superjahr"

31. Juli 2005, 18:17
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Wiener Touristiker bemerken nach wie vor kein "Sommerloch" - Neue EU-Länder und Arabien legten stark zu

Wien - Die Chinesen bleiben aus. Da hatte man deutlich mehr erwartet. Mag sein. Doch das ist wirklich nur ein kleiner Nebenaspekt der halbjährlichen Tourismusbilanz, die Vizebürgermeister Sepp Rieder (SPÖ) und Tourismusdirektor Karl Seitlinger am Dienstag vorlegten.

Die nüchternen Zahlen lassen jedenfalls Sektlaune aufkommen bei den heimischen Touristikern: Von Jänner bis Juni 2005 wurden 3,9 Millionen Gästenächtigungen gezählt. Das ist ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Noch stärker wuchsen die Umsätze der Beherbergungsbetriebe zwischen Jänner und Mai: nämlich um 5,8 Prozent auf 124,5 Millionen Euro.

Das größte Nächtigungsplus wurde dabei im Jänner mit 7,3 Prozent verzeichnet. Im Juni betrug der Zuwachs zwar nur 0,3 Prozent - aber nach einem Plus von 16,7 Prozent im Juni 2004 wird auch dies freudig zur Kenntnis genommen. Ein touristisches "Sommerloch" sei in Wien jedenfalls nicht zu bemerken, betonte Rieder.

Chinesisches Minus

Was die Herkunftsländer betrifft, haben sich die Gäste aus den neuen EU-Ländern heuer bisher um 15 Prozent vervielfältigt. Der Arabische Raum hat sogar um 50 Prozent zugelegt. Bei solchen Zahlen kann man ruhigen Gemütes darüber grübeln, warum die chinesischen Touristen um 33 Prozent weniger wurden - wo man sich doch eigentlich einen Zuwachs von 80-90.000 auf über 100.000 erwartet hatte. "Wir hoffen, dass das ein ähnlich temporäres Phänomen ist, wie die Ukraine im Vorjahr, wo wir ein Minus von 40 Prozent hatten - und jetzt gibt es wieder Zuwächse", so Seitlinger.

In Summe hofft Rieder, dass im gesamten heurigen Jahr der "Superwert" von 2004 noch zum ein, zwei Prozent übertroffen werden könnte. Das wären dann so um die 8,6 Millionen Nächtigungen. Für Rieder und Seitlinger wäre das allerdings auch nur ein - wenn auch wichtiger - Zwischenschritt. Denn das Ziel lautet nach wie vor: Zehn Millionen Nächtigungen bis 2010. (frei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7.2005)

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    Die Gloriette im Schönbrunner Schlosspark, nach wie vor ein starker Touristenmagnet.

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