Österreicher öffnen "Tor von Kiew"

29. Juli 2005, 11:12
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Welser Architekturbüro arbeitet an neuem, multifunktionalem Stadtteil um 500 Millionen Euro mit - Österreich neuntgrößter Investor in der Ukraine

Wien - Die ukrainische Hauptstadt Kiew bekommt einen neuen Stadtteil. Auf dem neun Hektar großen ehemaligen Industriegrundstück im Zentrum von Kiew werden Wohnungen, Bürogebäude, Hotels, Shopping- und Entertainmentcenter errichtet. Geplant wird das Riesenprojekt - von Österreichern. Das Welser Architekturbüro Delta arbeitet gemeinsam mit den Projektentwicklern OWEBU aus Wien sowie dem ukrainischen Projektentwickler DECPM.

Als Wahrzeichen des neuen Stadtteils gilt das 132 Meter hohe "Große Tor von Kiew", in das das World Trade Center der Stadt einziehen wird. Der ukrainische Botschafter in Österreich, Wolodymyr Jeltschenko, freut die Kooperation: "Es spricht für die guten Beziehungen unserer Länder, wenn es gerade österreichischen Architekten gelingt, die Aufbruchsstimmung, die in der Ukraine herrscht, in Architektur umzusetzen." Österreich ist in der Ukraine übrigens schon der neuntgrößte Investor.

Baustelle Kiew

Im Moment sei ganz Kiew eine Baustelle, berichtet Palov Popov, Wirtschaftsrat der Ukraine. Das Projekt mit den Österreichern habe dennoch erste Priorität, überzeugt habe "die Multifunktionalität des neuen Stadtteils". Bei anderen Vorhaben im Rahmen des derzeitigen Baubooms finde eine "Zersplitterung" statt, die Kamila Hulman von OWEBU bei einer Pressekonferenz in Wien so beschrieb: "Rund um Bürozentren gibt es keine Hotels, und dort, wo man Hotels hinbaut, gibt es weit und breit keine Kongresszentren. Im neuen Stadtteil hat man erstmals alles an einem Platz."

Auftraggeber und Financier des 500 Mio. Euro schweren Projekts ist das ukrainische Industrieunternehmen JSC, das im Schiffs- und Anlagenbau tätig ist. Der Bau soll im Frühjahr 2006 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2008 geplant. Die Nutzfläche wird rund 350.000 Quadratmeter betragen. Ob beim Bau auch Aufträge an österreichische Firmen vergeben werden? "Darüber wird eine Ausschreibung entscheiden", so Projektpartner Hulman. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7.2005)

  • In der ukrainischen Hauptstadt Kiew entsteht ein neuer Stadtteil. Das "Große Tor von Kiew" gilt als Symbol der Öffnung und des Zugangs zu einer neuen Zeit.
    foto: delta

    In der ukrainischen Hauptstadt Kiew entsteht ein neuer Stadtteil. Das "Große Tor von Kiew" gilt als Symbol der Öffnung und des Zugangs zu einer neuen Zeit.

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