Pauschalreisende lieben Türkei

29. Juli 2005, 11:13
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Keine große Sorge vor Anschlägen - Verkehrsbüro registrierte Anfragen, aber "keine einzige Stornierung"

Wien – Der Terroranschlag im türkischen Urlaubsort Kusadasi vom vorigen Wochenende hat auf die österreichische Reisebranche kaum Auswirkungen. Reiseveranstalter verbuchen derzeit keinen Boom bei Umbuchungen. Andreas Zenker, Sprecher vom Verkehrsbüro zum STANDARD: "Anfragen hat es gegeben, aber bisher haben wir keine einzige Stornierung gehabt."

Mittlerweile sind die Leute laut Zenker "gelassener" geworden: Solange ein Anschlag nicht die selbst gewählte Urlaubsregion betrifft, werde nicht gleich das ganze Land als unsicher eingestuft. Kusadasi (Region Aydin) ist weit weg von Antalya, Bodrum und Marmaris – den beliebten Zielorten der Österreicher, "und das registrieren die Leute auch", so Zenker. Außerdem komme der Türkei die hohe Anzahl von All-inclusive-Clubs zugute: "Die meisten Clubs liegen außerhalb von Ortszentren und der typische Cluburlauber macht keine Tagesausflüge. Die Sicherheitsvorkehrungen in den Clubs werden verstärkt und das beruhigt die Urlauber."

Kunden sind an Anschläge "gewöhnt"

Eine Sprecherin von TUI schlägt in die selbe Kerbe: "Seit den Anschlägen vom 11. September haben sich die Kunden an Anschläge sozusagen gewöhnt und sind abwartender geworden. Es wird tendenziell später gebucht." Wegen der aktuellen Anschläge habe es bei TUI nur vereinzelt Umbuchungsanfragen gegeben. Das Außenministerium hat für die Türkei keine Reisewarnung ausgesprochen – aber eine "erhöhte Sicherheitsgefährdung" festgestellt.

Die Türkei bleibt offenbar auch heuer Zielregion Nummer eins für Pauschaltouristen. Das Verkehrsbüro hat bereits ein Buchungsplus von 9,3 Prozent registriert. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7.2005)

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