Musharraf ruft zum "Dschihad" gegen Extremismus auf

21. Juli 2005, 22:34
2 Postings

Sicherheitskräfte nehmen 40 Islamisten fest

Islamabad - Pakistans Präsident Pervez Musharraf, dessen Land bei den Ermittlungen zu den Londoner Terroranschlägen ins Rampenlicht geraten ist, hat seine Landsleute zum "Heiligen Krieg" gegen den Islamismus aufgerufen. "Steht auf und beginnt einen Dschihad gegen Extremismus; einen Dschihad für Frieden, Brüderlichkeit und Eintracht in der Gesellschaft", sagte Musharraf am späten Montagabend bei einer Jugendveranstaltung in Islamabad.

"Terrorismus im Namen des Islam - Bombenanschläge in London im Namen des Islam - sind nicht islamisch", sagte Musharraf. Den Ermittlungen zufolge waren drei der vier Attentäter von London Briten pakistanischer Herkunft; alle drei waren im vergangenen Jahr nach Pakistan gereist. Musharraf rief die Jugend seines Landes auf, die Regierung in ihrem Kampf gegen Extremismus zu unterstützen.

Der pakistanische Staatschef ist seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Seine Regierung geht im eigenen Land massiv gegen Islamisten vor und stößt damit in der Bevölkerung teils auf Ablehnung.

40 Festnahmen

Bei der Durchsuchung von Koranschulen sind in mehreren Städten rund 40 militante Islamisten festgenommen worden. Die meisten Verdächtigen seien im Bundesstaat Punjab festgenommen worden, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. Zwar stünden die Festnahmen nicht unmittelbar im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Londoner Terroranschlägen, sie dienten aber der Kontrolle von Extremisten, die Hilfe oder Herberge für militante Ausländer bieten könnten.

Ein Vertreter der militanten sunnitischen Gruppe Millat-e-Islamia klagte, die Polizei habe eine Reihe von unschuldigen Mitgliedern festgenommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, in den kommenden Tagen werde im ganzen Land verstärkt gegen Islamisten vorgegangen. (APA)

Share if you care.