Rechtsextremist Zündel wegen Volksverhetzung angeklagt

24. Juli 2005, 17:27
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Im März aus Kanada in die Bundesrepublik abgeschoben

Mannheim - Gegen den von Kanada nach Deutschland abgeschobenen Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner Ernst Zündel ist in Mannheim Anklage wegen Volksverhetzung erhoben worden. Dem 66-Jährigen werde vorgeworfen, im Internet und in anderen Publikationen den Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden systematisch geleugnet oder verharmlost zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim am Dienstag mit.

Zündel habe zudem mit antisemitischer Hetze zum Hass gegen die jüdische Bevölkerung aufgestachelt. Seine Aktivitäten habe er weltweit mit hohem publizistischem Aufwand betrieben. Zündel gelte in der rechten Szene international als bekannte Führungsfigur.

Abgeschoben

Zündel war 1958 aus der Bundesrepublik nach Kanada ausgewandert. Im März dieses Jahres wurde er nach Deutschland abgeschoben. Ein kanadisches Gericht hatte seine Internet-Homepage für verfassungswidrig erklärt. Bei seiner Ankunft in Frankfurt wurde Zündel festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Aus Sicht von Zündels Anwalt seien die Vorwürfe aus der Zeit zwischen 1999 bis 2003 verjährt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Das Oberlandesgericht Karlsruhe habe dies bei einer Haftprüfung jedoch anders gesehen und die Fortdauer der Untersuchungshaft angeordnet.(APA/dpa)

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