Aktionäre fordern mehr Offenheit

31. Juli 2005, 18:26
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Kritik an Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley reißt nicht ab - Aktionärsschützer fordern "Transparenz bis zum bitteren Ende"

München - In der Schmiergeldaffäre bei Infineon reißt die Kritik an Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley nicht ab. "Man kann bei einem Unternehmen, das in einer so schwierigen Phase ist, kein Vertrauen gewinnen, wenn man eine Art Vertuschungsstrategie fährt", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag der dpa in München. Skandale ließen sich heute nicht mehr unter der Decke halten. Vorstandschef Wolfgang Ziebart müsse nun auf volle Offenheit und Transparenz setzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Vortag erklärt, dass sich der Schmiergeldverdacht gegen den inzwischen zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz nach einer Durchsuchungsaktion erhärtet habe. Kley räumte ein, dass er bereits vor mehr als einem Jahr über die Vorwürfe gegen Zitzewitz informiert worden ist. Eine intensive Prüfung habe aber keinerlei Beweise für die Beschuldigungen gebracht. "Unsere Untersuchungen haben keine Belege für die Richtigkeit der schweren Anschuldigungen ergeben."

Transparenz bis zum bitteren Ende

Bergdolt kann das Vorgehen nicht nachvollziehen. Im Zweifel hätte Infineon selbst die Staatsanwaltschaft von den Vorwürfen in Kenntnis setzen müssen. "Es ist blauäugig, zu glauben, das kommt nicht hoch." Schon beim Rausschmiss von Vorstandschef Ulrich Schumacher habe Kley nicht sehr transparent gehandelt und informiert. Infineon habe in den vergangenen Jahren ohnehin schon zum Beispiel durch das Verfehlen der Gewinnprognosen Vertrauen vernichtet. Umso wichtiger sei es nun, in der aktuellen Affäre mit großer Transparenz vorzugehen, "bis zum bitteren Ende".

Für die Forderung nach einem Rücktritt Kleys sei es zu früh, sagte Bergdolt. "Das ist aber kein Ruhmesblatt." Falls die sich die aktuellen Vermutungen bestätigen sollten, müsse Kley auch über persönliche Konsequenzen nachdenken. Die Aktionärsschützerin befürchtet, dass im Zuge der Ermittlungen noch weitere Verfehlungen auftauchen könnten. (APA/dpa)

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