Drei Vertreter des Verfassungskomitees getötet

24. Juli 2005, 17:17
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Politiker beim Verlassen eines Restaurants erschossen - Vier weitere Sunniten ziehen sich aus dem Gremium zurück

Bagdad - Nach der Ermordung von zwei sunnitischen Mitgliedern des irakischen Verfassungsausschusses haben sich vier weitere Sunniten aus dem Gremium zurückgezogen. Dies teilte der Sprecher des irakischen Rats für den Nationalen Dialog, Salah al Mutlak, am Mittwoch in Bagdad während der Trauerfeier für die Getöteten mit.

Am Vortag hatten Unbekannte die beiden sunnitischen Ausschussmitglieder Mijbil al Scheich Issa und Samer Hussein sowie ihren Berater Aziz Ibrahim erschossen. Sie gehörten dem Rat für den Nationalen Dialog an, der mehrere sunnitische Parteien vertritt.

Zeit für Verfassung "nicht reif"

Laut Mutlak berät seine Bewegung bereits mit den anderen sunnitischen Gruppierungen, ob sich nicht alle Sunniten aus dem Ausschuss zurückziehen sollten, der bis Mitte August die neue Verfassung ausarbeiten soll. Nach seinen Worten ist die Zeit für eine neue Verfassung "noch nicht reif". Von den ursprünglich 71 Mitgliedern des Parlamentsausschusses waren 17 Sunniten, obwohl die sunnitische Minderheit die Wahl Ende Jänner boykottiert hatte und kaum im Parlament vertreten ist.

In den Straßen Bagdads sowie im Parlament wurde am Mittag mit dreiminütigem Schweigen der Opfer der jüngsten blutigen Anschläge gedacht. Auf den Bürgersteigen versammelten sich zahlreiche Iraker zum stillen Gedenken an die Opfer.

Mindestens acht Tote

Am Mittwoch sprengte sich erneut ein Selbstmordattentäter vor einem Bagdader Rekrutierungszentrum der Armee in die Luft und riss dabei mindestens acht weitere Menschen mit sich in den Tod. Nach Angaben des Innenministeriums reihte sich der Mann in die Warteschlange vor dem Rekrutierungsbüro auf dem ehemaligen Flugplatz von Muthana und zündete seinen Sprengstoffgürtel. Das Zentrum war in den vergangenen Monaten wiederholt Zielscheibe von Anschlägen. Zuletzt hatte sich dort ein Selbstmordattentäter am 10. Juli in die Luft gesprengt und mindestens 21 Menschen getötet. (APA)

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    Verletzte nach dem Anschlag eines Selbstmordattentäters vor einem Bagdader Rekrutierungszentrum der Armee. Acht Menschen wurden getötet.

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