Thailand: Regierung verhängt Ausnahmezustand über Südprovinzen

22. Juli 2005, 09:41
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Bereits zehn Menschen von Unbekannten enthauptet - Behörden beschuldigen Islamisten

Bangkok/Narathiwat - Angesichts ausufernder Gewalt und zunehmend brutaleren Übergriffen im Süden von Thailand hat die Regierung am Dienstag den Ausnahmezustand über drei Provinzen verhängt. Ab sofort können die Behörden Verdächtige ohne Anklage bis zu 30 Tage festhalten. Außerdem hat die Polizei beim Abhören von Telefonen weitgehend freie Hand. Der Ausnahmezustand gelte für die Südprovinzen Narathiwat, Pattani und Yala, sagte Vize-Regierungschef Wissanu Krea Ngam.

Nach allein sieben Enthauptungen im Juni in den südthailändischen Provinzen wurde am Montag erstmals ein Moslem auf diese grausame Weise getötet. Der 50-Jährige wurde in der Provinz Yala getötet, wie die Armee am Dienstag mitteilte. Damit wurden seit Anfang Juni insgesamt zehn Menschen im Süden des Landes enthauptet. Vier Menschen wurden am Montag erschossen. Behördenvertreter machten islamische Separatisten für die Taten verantwortlich.

Die drei südlichsten Provinzen Thailands werden seit Monaten von Unruhen erschüttert, bei denen bereits rund 820 Menschen ums Leben kamen. Die moslemischen Aufständischen fordern mehr Autonomie von der Zentralregierung in Bangkok. Etwa 95 Prozent der Thailänder sind buddhistischen Glaubens. (APA)

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