Ullrich: "Kämpfe bis zuletzt fürs Podium"

19. Juli 2005, 22:38
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L'Equipe: "Ullrich musste erkennen, dass er auf einem anderen Planeten als Armstrong lebt"

Pau/Frankreich - Alles versucht, nichts gewonnen - auch im fünften und letzten Duell von Jan Ullrich mit Lance Armstrong blieb der Machtwechsel aus. Einmal mehr fehlten der deutschen Tour-Hoffnung die Mittel, um den übermächtigen Tour-Monarchen vom Thron zu stoßen. Nach den vorentscheidenden Etappen der 92. Rundfahrt in den Alpen und Pyrenäen ist selbst ein Platz auf dem Podium in Gefahr. "Ullrich musste erkennen, dass er auf einem anderen Planeten als Armstrong lebt", kommentierte am Montag die "L'Equipe".

Aber der Tour-Sieger von 1997 versprach am zweiten Ruhetag: "Ich kämpfe bis zuletzt. So weit bin ich vom Podium nicht entfernt." Teamchef Mario Kummer unterstrich: "Jan auf das Podium zu bringen, ist jetzt unser größtes Ziel."

Wie schon in den Jahren zuvor verlor Ullrich in den Bergen die meiste Zeit auf seinen Widersacher. Schon beim ersten alpinen Schlagabtausch hinauf nach Courchevel kam er 2:14 Minuten nach Armstrong ins Ziel. Nicht besser erging es ihm in den Pyrenäen: In Ax-3-Domaines (20 Sekunden) und zuletzt in Saint-Lary Soulan (1:24 Minuten) gab es weitere Rückschläge.

Noch verweigert Ullrich die Kapitulationserklärung, macht sich aber schon Gedanken über die Zeit nach Armstrong: "Ein Tour-Sieg hat immer einen Wert - auch ohne Lance. Ich werde im nächsten Jahr erneut versuchen, nach 1997 zum zweiten Mal die Tour zu gewinnen."

Einfach wird das allerdings nicht. Schließlich ist der Kreis der vermeintlichen Armstrong-Nachfolger größer geworden. Mit dem Italiener Ivan Basso (3:12 Minuten) und dem Dänen Michael Rasmussen (2:49 Minuten) liegen schon in diesem Jahr zwei Kontrahenten in der Gesamtwertung deutlich vor dem Gesamt-Vierten Ullrich. Der versprach, Rasmussen schon vor dem Zeitfahren von St. Etienne anzugreifen: "Ich hole die Sekunden, wo sich die Chance bietet. Ich verlasse mich nicht allein auf das Zeitfahren."

Zumindest bleibt wie im Vorjahr ein Trostpreis: T-Mobile führt in der Mannschaftswertung mit über 19 Minuten vor Discovery Channel. "Ich bin stolz auf dieses Team", betonte Ullrich. (APA/dpa)

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