Kanzlerkandidatin Merkel von Chirac empfangen

24. Juli 2005, 09:32
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Europapolitik Mittelpunkt der Gespräche - Staatschef telefoniert mit Schröder wegen UN-Reform

Paris - Knapp zwei Monate vor der erwarteten vorgezogenen deutschen Bundestagswahl ist CDU-Chefin Angela Merkel mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac zusammengetroffen. Der Protokollchef des Pariser Präsidialamtes empfing die 51-jährige Kanzlerkandidatin der Union am Dienstag im Ehrenhof des Elysee-Palastes; anschließend zogen sich Chirac und Merkel zu einem gut einstündigen Gespräch zurück.

Großes Medieninteresse

Wie das Präsidialamt bekannt gab, beriet Chirac unmittelbar zuvor mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) telefonisch über die laufende Debatte zur Reform der Vereinten Nationen und des UN-Sicherheitsrates. Mit Blick auf die Mitte September geplante Wahl in Deutschland hatte der Konservative Chirac zuletzt Schröders politische Leistungen gewürdigt.

Im Mittelpunkt des Merkel-Besuchs sollte die Europapolitik stehen. Die Visite wurde in Paris bereits im Vorfeld mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Zu Mittag sollte die deutsche Kanzlerkandidatin im Hôtel Matignon auch mit dem französischen Premierminister Dominique de Villepin sprechen. Zum Abschluss war am Nachmittag ein Treffen mit der Spitze der Regierungspartei UMP um Parteichef und Innenminister Nicolas Sarkozy vorgesehen.

Sowohl Merkel als auch Sarkozy hatten zuletzt Kritik am Kurs des deutsch-französischen Doppels aus Schröder und Chirac geübt und eine stärkere Einbeziehung anderer EU-Staaten bei der Gestaltung der Europäischen Union gefordert. Sarkozy, der auch Vize-Regierungschef ist, will 2007 Staatspräsident werden. In der französischen Presse wird bereits über ein mögliches künftiges deutsch-französisches Duo aus Merkel und Sarkozy spekuliert. (APA)

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