Alles spricht für schnelleren Rogan

22. Juli 2005, 11:55
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Training stimmt für WM zuversichtlich - Team genießt im Camp in Ottawa Ruhe vor dem Sturm auf die Medaillen

Ottawa - Eine halbe Flugstunde vom WM-Trubel entfernt absolviert Markus Rogan derzeit in Ottawa seine finale Vorbereitung auf seine nächstwöchigen Einsätze bei den Titelkämpfen in Montreal. Nur noch rund eine Stunde täglich trainiert der 23-Jährige wie auch seine SV Schwechat-Kolleginnen Fabienne Nadarajah und Marilies Demal im Becken der University of Ottawa, dazu kommt etwas Gymnastik. So kurz vor dem Ernstfall ist Regeneration das oberste Gebot.

Das bisschen Zeit im Wasser teilt sich das OSV-Trio bei schwülem Wetter und bewölktem Himmel zumeist mit der deutschen Nationalmannschaft, 28 Aktive hat der DSV zu den Titelkämpfen entsandt. SV Schwechat-Trainer Robert Michlmayr: "In dieser Phase hat jeder sein individuelles Programm. Die Technik wird eingestellt, es gibt keine großartigen Serien mehr. Da kann man nicht viel heraus lesen", meldet der Coach aus der kanadischen Hauptstadt.

Die Wegzeit vom Hotel zum Becken beträgt bloß fünf bis zehn Minuten, da bleibt viel an Freizeit. Den Aktiven werden auch ständig Sightseeing-Angebote gemacht, von der Schwechat-Truppe ist Rogan am ehesten dafür anfällig. Der 23-Jährige wollte einen Ausflug in einen eine Stunde entfernt liegenden Naturpark unternehmen, da legte Michlmayr sein Veto ein. "Es ist eine Frage der Dosis", meinte dieser dazu.

"Man kann durchaus optimistisch sein"

Mit der Verfassung Rogans ist der Betreuer zufrieden, es spricht vieles für eine erfolgreiche WM. "Es gibt Anzeichen, dass Markus schnell ist. Rund 80 Prozent der Serien schwimmt er schneller als vor Olympia, manche langsamer. Aber das ist auch oft Tagesverfassung", gibt Michlmayr einen Eindruck von der Form seines Schützlings. "Es würde mich wundern, wenn Markus bei der WM schlecht schwimmen würde. Man kann durchaus optimistisch sein."

Auf Rogans Leistungsniveau ist jedes Detail zu beachten, um noch etwas Zeit heraus zu holen. Beim zweifachen Silbermedaillen-Gewinner von Athen geht es auch speziell um die Beibehaltung einer guten Technik bis ins Finish. Michlmayr: "Wenn der Schwimmer übermüdet und der Laktatspiegel zu hoch wird, leidet die Technik automatisch darunter. Nur ist die Frage, wie sehr sie abfällt." Rogan versucht diesen Negativ-Effekt in Grenzen zu halten.

Demal hat zu Verarbeiten

Demal hatte hingegen zuletzt ihre Disqualifikation bei der Jugend-EM als Titelverteidigerin im Delfin-Sprint zu verarbeiten. "Natürlich war das schade, auch weil sie in Budapest top vorbereitet war. Aber Marilies wirkt nicht niedergeschlagen, der Frühstart sollte kein Thema mehr sein." Da hat der Jetlag anfänglich offensichtlich noch mehr Probleme bereitet, erst am Montag wich die Müdigkeit allmählich aus den Gliedern der Schwechat-Truppe.

Wie sie sind Maxim Podoprigora, Sebastian Stoss und Dominik Koll am Samstag angereist, allerdings direkt nach Montreal. Freilich durften sie erst am Montag ins kleine WM-Trainingsbecken, das Wettkampfbecken wurde gar erst am Dienstag frei gegeben. Am Montag kam auch Mirna Jukic in der WM-Stadt an, womit aus dem zwölfköpfigen OSV-Aufgebot nur noch Nina Dittrich fehlt. Die 14-jährige Jugend-EM-Dritte reist am Mittwoch an. (APA)

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